Auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern blüht es in diesem Jahr besonders gelb: Die Anbaufläche für Sonnenblumen hat sich 2026 mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wächst die Kulturpflanze aktuell auf 7.033 Hektar – im Vorjahr waren es 2.770 Hektar, 2024 hatten die Betriebe 2.690 Hektar gemeldet.
Minister lobt Bedeutung für Fruchtfolge und Insekten
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sprach von einer guten Entwicklung und betonte die Bedeutung der Sonnenblumen: „Sie bereichern unsere Fruchtfolgen, bieten zahlreichen Insekten Nahrung und eröffnen zugleich wirtschaftliche Perspektiven für unsere Betriebe.“ Die gelbe Blume, aus deren Samen Öl gewonnen wird, trägt auch dazu bei, den Ackerbau widerstandsfähiger und den Boden fruchtbarer zu machen.
Regionale Verarbeitung und Förderung
Ein Teil der Ernte wird laut Ministerium in regionalen Ölmühlen und Manufakturen im Land verarbeitet, etwa zu kaltgepresstem Speiseöl, Mus oder Futtermitteln. Größere Mengen würden auch in anderen Bundesländern verarbeitet. Wegen geeigneter Standortbedingungen gewinne der Sonnenblumenanbau in MV weiter an Bedeutung. Er werde im Rahmen des Förderprogramms für vielfältige Fruchtfolgen unterstützt.
Hintergrund: Ukraine-Krieg und Rapsanbau
Bundesweit hatte sich die Sonnenblumen-Anbaufläche nach früheren Angaben des Statistischen Bundesamts im Zuge des Ukraine-Kriegs mehr als verdoppelt. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Sonnenblumenöl-Produzenten der Welt. Auch in MV wurde die Fläche ausgeweitet. Die Landwirte im Nordosten bebauen laut Landesbauernverband insgesamt rund 1,07 Millionen Hektar Acker. Etwa 18 Prozent der Fläche (rund 193.000 Hektar) werden demnach mit Raps bestellt.