Grunderwerbsteuer in MV wird zum Wahlkampfthema
Grunderwerbsteuer in MV: Wahlkampfthema

Eine aktuelle Untersuchung der Friedrich-Naumann-Stiftung hat ergeben, dass der Erwerb eines Eigenheims in Mecklenburg-Vorpommern trotz günstigerer Immobilienpreise schwerer ist als in Bayern. Grund sind die hohen Erwerbsnebenkosten bei niedrigen Einkommen. Im Fokus steht die Grunderwerbsteuer, die gemeinsam mit Immobilienpreisen und regionalen Einkommen zu einem Erschwinglichkeitsindikator zusammengeführt wurde.

Während in Bayern durchschnittlich 4,7 Monatsgehälter für die Grunderwerbsteuer erforderlich sind, sind es in Mecklenburg-Vorpommern bereits 6,9, in Nordrhein-Westfalen 7,6 und in Brandenburg 8,0 Monatsgehälter. Am höchsten ist die Belastung in Berlin mit 9,4 Monatsgehältern. Obwohl ein typisches Eigenheim in MV rund 190.000 Euro weniger kostet als in Bayern, müssen Käufer im Norden demnach 47 Prozent mehr für die Grunderwerbsteuer aufbringen.

FDP fordert Absenkung auf 3,5 Prozent

Jakob Schirmer, Spitzenkandidat der FDP zur Landtagswahl im Nordosten, erklärte: „Wer in Mecklenburg-Vorpommern hart arbeitet, sollte sich den Traum vom Eigenheim erfüllen können. Stattdessen verlangt der Staat bereits beim Kauf eine so hohe Steuer, dass viele Familien den Schritt ins Wohneigentum gar nicht erst wagen können. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll.“ Die FDP MV fordert in ihrem Landtagswahlprogramm eine Absenkung der Grunderwerbsteuer von sechs auf 3,5 Prozent sowie einen Freibetrag von 500.000 Euro für den Erwerb selbst genutzten Wohnraums.

CDU: Ein Prozent weniger plus Baukindergeld

Die CDU in MV fordert eine Absenkung der Grunderwerbsteuer von sechs auf fünf Prozent. Zudem verspricht sie in ihrem Wahlprogramm ein Baukindergeld in Höhe von 15.000 Euro je Kind, zinsgünstige Darlehen für Familien und eine Beschleunigung von Baugenehmigungen.

AfD: Erste Immobilie ganz steuerfrei erwerben

Die AfD kündigt in ihrem Regierungsprogramm an, die Grunderwerbsteuer für die erste selbst genutzte Immobilie vollständig abzuschaffen. Für alle anderen soll die Grunderwerbsteuer zum nächstmöglichen Zeitpunkt um 0,5 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent sinken und ein Jahr später um einen weiteren halben Prozentpunkt. In den Folgejahren ist eine weitere schrittweise Absenkung angedacht.

In den Landtagswahlprogrammen von SPD, Linke, Bündnis 90/Die Grünen und BSW finden sich keine Aussagen zur Grunderwerbsteuer.