VBE wirft Linken Gewaltverherrlichung bei Plakat vor
VBE wirft Linken Gewaltverherrlichung vor

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert ein Wahlplakat der Linken scharf. Das Motiv zeige Gewalt und konterkariere die tägliche Arbeit von Lehrkräften, erklärte VBE-Landesvorsitzender Michael Blanck.

Kritik am Plakatmotiv

„Jeden Tag setzen sich tausende Lehrkräfte für einen respektvollen Umgang miteinander ein und kämpfen gegen jede Form von Gewalt. Diese Plakatierung konterkariert dieses Bemühen regelrecht“, so Blanck. Der Verband verweist auf eine laufende Umfrage zur Gewalt gegen Lehrkräfte und schulisches Personal. Bereits die vorliegenden Ergebnisse zeigten, dass solche Vorfälle an der Tagesordnung seien.

Blanck räumte ein, dass Wahlkampfslogans plakativ und übertrieben sein dürften. „Aber jegliche Art auch ansatzweise dargestellter Gewalt verbietet sich von selbst“, sagte er. Das Motiv mache ihn sprachlos.

Wirkung auf Kinder

Blanck fragte, was ein neun- bis zehnjähriger Junge denke, der in der Schule getreten und geschlagen habe und nach einem Gespräch mit der Klassenleitung das Plakat sehe. „Muss er sich da nicht fragen, ob er nicht gerade ungerecht behandelt worden ist, wenn andere treten dürfen und er nicht?“, so der VBE-Chef. Dass eine Partei, deren Spitzenkandidatin die ranghöchste Bildungspolitikerin des Landes ist, diese Wirkung nicht im Blick gehabt habe, irritiere stark.

Linke weist Kritik zurück

Linken-Landesvorsitzender Hennis Herbst nannte die Kritik „absurd“. „Wir treten nicht nach unten und schon gar nicht gegen Menschen. Wir legen uns mit denen da oben an“, erklärte er. Die Bundesregierung trete täglich nach den Menschen im Land, auch nach Lehrkräften. „Da ist es nur richtig, das umzudrehen und nach oben zu treten.“

Die Linke wolle, dass Multimillionäre stärker zur Finanzierung beitragen. „Dieses Geld brauchen wir für mehr Unterricht, individuelle Betreuung, Schulbau sowie zusätzliche Lehr- und Fachkräfte“, so Herbst. Die Botschaft sei klar: „Wir treten nach oben, nicht nach unten – und kämpfen für diejenigen, die jeden Tag hart arbeiten, aber von ihrer Arbeit trotzdem nicht gut leben können.“