Spahn-Rücktritt: Wer folgt?
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionsvorsitzender sucht die Union einen Nachfolger. Spahn musste wegen Glaubwürdigkeitsverlusten durch die Inanspruchnahme von Leihmutterschaft zurücktreten. Bundeskanzler Friedrich Merz deutete im ZDF-Sommerinterview eine Kabinettsumbildung an, obwohl Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, dass dies nur eine konjunktive Formulierung war. Die Spekulationen über mögliche Personalrochaden laufen dennoch auf Hochtouren.
Mögliche Kandidaten
Thorsten Frei, Kanzleramtsminister (CDU), gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Fraktionsvorsitz. Seine Nähe zu Merz könnte jedoch ein Nachteil sein, da die Fraktion nicht mehr als Kanzlerwahlverein gelten will.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU), wird ebenfalls gehandelt – ob als Fraktionschef, Kanzleramtsminister oder Innenminister. Ein Wechsel ist jedoch unwahrscheinlich, da CDU-Abgeordnete ein CSU-Mitglied auf einem Spitzenposten ablehnen könnten.
Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin (CDU), könnte als weibliche Kandidatin punkten. Sie hat mit dem Gesundheitssparpaket Verhandlungsgeschick bewiesen, doch stehen nach der Sommerpause weitere Reformen an, die ihre Kontinuität erfordern.
Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin (CDU), wird nicht für den Fraktionsvorsitz genannt, aber als mögliche Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Bundesversammlung wählt am 30. Januar 2027 ein neues Staatsoberhaupt, das voraussichtlich weiblich sein wird.
Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender (CDU), ist als Nachfolger für Thorsten Frei im Gespräch, falls dieser Fraktionschef wird. Auch als Bundestagspräsident ist er denkbar – ein verspäteter Ausgleich, nachdem Merz' Wunschkandidat für die Konrad-Adenauer-Stiftung unterlag.