Müritzer Bonsai-Tage: 50 Mini-Bäume und ein Publikumsliebling
Müritzer Bonsai-Tage: 50 Mini-Bäume und ein Publikumsliebling

50 Bonsai-Bäume haben am Wochenende in den Schaugarten am Tiefwarensee nach Waren (Müritz) gelockt. Bei den dritten Müritzer Bonsai-Tagen wurden die Miniaturbäume im Gewächshaus des Lebenshilfswerks präsentiert. Der Publikumspreis für den „Schönsten Bonsai“ ging an einen chinesischen Wacholder.

Lebende Kunstwerke mit fernöstlicher Tradition

Johannes Kunze, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft MV, bezeichnete die Bonsais bei der Eröffnung als „lebende Kunstwerke, die viel Fürsorge bedürfen“. Ausgestellt waren exotische Arten wie Ginkgo, chinesischer Wacholder oder japanischer Ahorn sowie heimische Gewächse wie Mecklenburger Buchen oder Kiefern. Letztere stammen als Naturentnahme aus der Rostocker Heide, wie Manfred Labitzke vom Arbeitskreis Bonsai MV erklärte.

Die Gartenkunst entstand in China und reifte in Japan zur Perfektion. Ein Bonsai solle möglichst alt und ehrwürdig aussehen, so die Idee dahinter. „Damit das gelingt, darf das Wachstum nicht aufhören. Das heißt Wurzeln und Kronen müssen dauerhaft beschnitten werden“, erklärte Labitzke. Zudem werden die Zweige mit Draht so gelenkt, dass sie eine natürliche Wuchsform ihrer großen Verwandten nachahmen – etwa herabhängende Äste, abgeschälte Baumrinde oder scheinbar vom Wind gebeugte Stämme.

Bonsais gehören ins Freie

Bonsais stehen in der Regel im Freien und werden nur zu besonderen Anlässen ins Haus geholt. Wie ihre großen Verwandten sollten auch sie alle Jahreszeiten durchlaufen. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt: „Die sehen schon richtig toll aus“, kommentierte so mancher Gast. Einige Besucher pflegen selbst Bonsais und suchten Anregungen und Ratschläge.

Nach sechs Jahren wieder eine Ausstellung

Nach 2019 und 2020 war es nach sechs Jahren wieder so weit. Die Idee entstand 2019 zum 25. Jubiläum der Städtepartnerschaft von Waren mit dem japanischen Rokkasho. Veranstalter waren die Deutsch-Japanische Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie die Arbeitskreise Bonsai MV und Lübeck. Labitzke lobte ausdrücklich das Lebenshilfswerk Waren für die Organisation.

Neben Ausstellung und Führungen gab es am Sonntagnachmittag einen Workshop mit Tipps und Tricks zur Pflege von Bonsais. In einer Publikumsabstimmung am Samstag wurde der „Schönste Bonsai“ gekürt. Der erste Platz ging an einen chinesischen Wacholder, den sein Besitzer Frank Radomski seit 2018 pflegt. Das Bäumchen ist 20 Jahre alt.