Rückbau in Neubrandenburg: DDR-Plattenbau wird abgetragen
Rückbau: DDR-Plattenbau in Neubrandenburg wird abgetragen

In der Neubrandenburger Innenstadt wird derzeit ein großer Wohnblock aus DDR-Zeiten abgebaut. Das Hochhaus in der Waagestraße verschwindet Stück für Stück aus dem Stadtbild. Eigentlich sollte das über 30 Meter hohe Gebäude im August vollständig zurückgebaut sein – doch dieser Zeitplan kann nicht eingehalten werden.

Rückbau dauert länger als geplant

„Bei einem Rückbau dieser Größenordnung und einem fast 60 Jahre alten Gebäude sind die tatsächlichen Bedingungen vor Ort nicht in jedem Detail aus den ursprünglichen Planungs- und Bestandsunterlagen abzuleiten“, antwortet Mathias Trenn, Pressesprecher der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), auf eine Nordkurier-Anfrage. Der Wohnblock gehört zum Bestand des kommunalen Unternehmens, das für den Rückbau eine Berliner Spezialfirma beauftragt hat.

Da einzelne Abläufe und Vorgehensweisen „an die konkret vorgefundenen Bedingungen“ angepasst werden mussten, was bei „einem schrittweisen Rückbau eines solchen Gebäudes keine ungewöhnliche Situation“ sei, sei der ursprünglich anvisierte August-Termin nicht einzuhalten, so Trenn weiter. Bis zum Jahresende soll das Gebäude aber auf alle Fälle bis zur Oberkante des Kellergeschosses abgetragen werden.

Sorgfältiges Vorgehen ist nötig

Dabei sei auch ein „sorgfältiges und präzises Vorgehen“ notwendig, um Beeinträchtigungen für umliegende Gebäude, Verkehrsteilnehmer und Passanten so gering wie möglich zu halten. Immerhin steht gleich neben der Baustelle ein Ärztehaus mit reichlich Publikumsverkehr. Zudem sollen die Arbeiten laufend auf die jeweiligen Gegebenheiten abgestimmt werden. Für den Keller „werden unter Umständen weitere technische Detailabstimmungen notwendig, weshalb eine abschließende Fertigstellungsaussage noch nicht verlässlich getroffen werden kann“, so Matthias Trenn.

Arbeiten auch im Herbst und Winter möglich

Der Bauablauf richte sich nach den jeweiligen technischen und witterungsbedingten Voraussetzungen. Grundsätzlich seien die Bauarbeiten auch in den Herbst- und Wintermonaten möglich – zumindest, sofern „die Bedingungen vor Ort ein sicheres und fachgerechtes Arbeiten zulassen“.

Wie viele Tonnen an Materialien beim Rückbau bisher zusammengekommen sind, ist nicht bekannt. „Die Mengen werden im Verlauf der Arbeiten durch den gebundenen Auftragnehmer dokumentiert“, sagt Matthias Trenn. Die entsprechenden Dokumente erhalte die Neuwoges nach dem Abschluss der Rückbauarbeiten.

Angesichts der Größe des Gebäudes sei „von einer beträchtlichen Menge an Rückbaumaterialien auszugehen“. Insgesamt 6100 Quadratmeter Nutzfläche hat das einst 33 Meter hohe, 55 Meter lange und 17,5 Meter breite Hochhaus zu bieten gehabt.

Wohnungen und Gewerbeflächen sollen entstehen

Dass das zwischen 1966 und 1968 errichtete Hochhaus aus dem Stadtbild entfernt wird, steht schon lange fest. Im Jahr 2016 war die Entscheidung durch die damaligen Stadtvertreter getroffen worden, in den Jahren danach zogen die Bewohner nach und nach aus. Das Gebäude wurde als „städtebaulicher Missstand“ eingestuft.

Nach dem vollständigen Rückbau des Hochhauses sollen auf der Fläche nach dem aktuellen Stand „moderne Wohnungen und Gewerbeflächen“ entstehen. Die Neuwoges arbeite parallel zum Rückbau an den Planungen für die zukünftige Nutzung. Der Baustart ist derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen.