Schweriner Staatstheater: Weniger Besucher in Spielzeit 2025/26
Schweriner Staatstheater: Besucherrückgang 2025/26

Das Mecklenburgische Staatstheater hat seine Spielzeit 2025/26 mit deutlich weniger Zuschauern als im Vorjahr beendet. Statt 136.000 Besuchern wie in der Spielzeit 2024/25 kamen in der abgelaufenen Saison nur 98.000 Zuschauer. Grund sind die erschwerten Bedingungen: Seit Mai 2025 steht das Große Haus wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung. Das Theaterzelt am Küchengarten als Ausweichspielstätte bietet 30 Prozent weniger Plätze und erlaubt nur kurze, mehrwöchige Spielphasen mit jeweils zwei parallelen Vorstellungen.

Auslastung trotz widriger Umstände zufriedenstellend

Generalintendant Hans-Georg Wegner zeigte sich trotz der geringeren Besucherzahlen zufrieden. „Das Theaterzelt am Küchengarten hat sich als Spielstätte in der Zeit des Umbaus bewährt, auch wenn der harte Winter mit minus 15 Grad oder die hohen Temperaturen der letzten Tage die Heiz- und Kühlsysteme einem Stresstest ausgesetzt haben. Eine Gesamtauslastung von knapp 78 statt der üblichen 83 Prozent lassen uns unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden auf die vergangene Saison schauen“, so Wegner. Die Rückkehr ins Große Haus ist für März 2027 geplant.

Schlossfestspiele und Publikumsmagneten

Die Schlossfestspiele lockten zuletzt 9000 Besucher zu den Angeboten der einzelnen Sparten, darunter „Die Dreigroschenoper“ und die Ballettgala Connexion#5. Am dritten Juliwochenende bildeten zwei Konzerte der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin und die letzte Vorstellung von „Krawall in’n Häuhnerstall“ der Fritz-Reuter-Bühne den Abschluss des Sommerspektakels. Für Wegner hatte Symbolcharakter, dass am Sonntagvormittag beim Familienkonzert den Jüngsten im Publikum der Schlussakkord gehörte. Theater für junges Publikum sei ein besonderer Schwerpunkt gewesen: Die Weihnachtsmärchen in Parchim und Schwerin erreichten 16.600 Besucher, und die ausverkauften Vorstellungen von „Hexenholz“ auf dem Berliner Platz mit über 80 mitwirkenden Kindern und Jugendlichen zeigten aus Sicht des Generalintendanten, „dass Theater für alle Altersklassen ein unverzichtbarer Teil unserer Zivilgesellschaft ist“.

Weitere Publikumsmagneten waren das Ballett Schwerin, „Sweeney Todd“, „Im falschen Film“ und „Kolle Witte Mann“ sowie die Schlossfestspiel-Aufführungen der Fritz-Reuter-Bühne.

Abschiede und Neuanfang im Ensemble

Die Spielzeit wurde überschattet von öffentlichen Debatten über auslaufende Verträge: Die bisherige Schauspieldirektorin Nina Steinhilber sowie etliche langjährige Ensemblemitglieder erhielten keine Vertragsverlängerungen über 2026 hinaus. Zu juristischen Verfahren und deren Kosten äußerte sich das Haus nicht. Spätestens mit dem Umzug ins Große Haus im März 2027 sollen alle im Stellenplan vorgesehenen Positionen wieder besetzt sein. Die künftige Schauspieldirektorin Joanna Lewicka präsentierte bereits sieben neue Ensemblemitglieder für die Spielzeit 2026/27. Lewicka gibt mit Senecas Tragödie „Thyestes“ am 25. September ihr Schweriner Regiedebüt. Die neue Spielzeit wird am 11. September vom Musiktheater mit Beethovens „Fidelio“ eröffnet.

Die Theaterkassen in Schwerin und Parchim bleiben bis einschließlich 24. August geschlossen. Der Webshop für den Ticketkauf ist durchgehend erreichbar unter www.mecklenburgisches-staatstheater.de.