Die Spritpreise in Deutschland ziehen wieder an. Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Liter Super am 21. Juli 2026 rund 2,21 Euro, ein Liter Diesel 2,18 Euro. Die Preise liegen damit etwas über dem Niveau der Vorwoche. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Superpreis bei 1,83 Euro, der Dieselpreis bei 1,75 Euro.
Ende des Tankrabatts lässt Preise steigen
Der Tankrabatt von rund 17 Cent pro Liter Kraftstoff war zum 1. Mai eingeführt worden und ließ die Preise zunächst sinken. Die Energiesteuer wurde für zwei Monate gesenkt und ist zum 30. Juni ausgelaufen. Der Rabatt bezog sich auf den Einkaufspreis der Tankstellen, nicht auf den Verkaufspreis. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung für den Tankrabatt mehr ausgegeben habe als für das Deutschlandticket.
12-Uhr-Regel soll Preissprünge verhindern
Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, jederzeit aber senken. Dies soll starke Preisschwankungen eindämmen. Allerdings haben viele Tankstellen im ersten Monat gegen diese Regel verstoßen, wie eine Datenanalyse des SWR Data Lab ergab.
Rohölpreis steigt wegen Irankonflikt
Die Spritpreise sind eng an den Rohölpreis gekoppelt. Dieser war seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 stark gestiegen. Eine zwischenzeitliche Waffenruhe hatte die Lage entspannt, doch mit dem erneuten Aufflammen des Konflikts zieht der Ölpreis wieder an. Durch die Meerenge am Persischen Golf werden nahezu 30 Prozent des weltweit verschifften Öls transportiert, rund ein Fünftel des weltweiten Bedarfs.
Dieselpreis krisenanfälliger als Benzin
Der Dieselpreis lag zu Beginn des Iran-Kriegs über dem Benzinpreis und sank nach der Einführung des Tankrabatts wieder. In der aktuellen Situation steigt der Dieselpreis stärker als der Benzinpreis. Diesel ist krisenanfälliger, weil er eine größere Rolle in der Industrie spielt und auch als Gasersatz genutzt wird. Zudem ist Deutschland beim Diesel stärker auf Importe angewiesen, während der Benzinbedarf durch heimische Raffinerien gedeckt werden kann.
Heizölpreise ebenfalls gestiegen
Auch der Heizölpreis ist infolge des Krieges angestiegen. Im Vorjahr hatte er laut der Plattform heizoel24 fast durchgängig unter einem Euro pro Liter gelegen. Das Bundeskartellamt betont, die Preisentwicklung genau zu beobachten. Der Chef der Behörde, Andreas Mundt, sagte: „Sollten sich Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne zeigen, würden wir konsequent dagegen vorgehen. Ich möchte aber auch deutlich machen, dass es kein Instrumentarium gibt, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen quasi auf Knopfdruck zu verhindern.“