Bargeldreserve für Notfälle: So viel Geld sollten Sie zu Hause haben
Bargeldreserve für Notfälle: So viel Geld zu Hause

Trotz zunehmender Karten- und Smartphone-Zahlungen bleibt Bargeld laut Bundesbank mit 45 Prozent aller Zahlungen das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland und wird fast überall akzeptiert. Es ermöglicht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, etwa für Senioren, die keine Karte nutzen. Doch Bargeld macht auch widerstandsfähiger gegenüber Krisen und ist in Ausnahmesituationen unverzichtbar, wenn das Strom- oder Handynetz ausfällt oder ein Blackout die digitalen Zahlungssysteme stilllegt, sodass Bezahlen mit Karte oder Handy nicht mehr möglich ist und Bankautomaten ausfallen.

Krisen können sich über längere Zeit ziehen. So war beim mehrtägigen Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar 2026 Bargeld das einzig verlässliche Zahlungsmittel, doch viele Menschen hatten keine Scheine oder Münzen im Portemonnaie oder nicht in ausreichender Menge.

Empfehlungen zur Höhe der Bargeldreserve

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, für den Krisenfall neben Vorsorgemaßnahmen wie dem Anlegen eines Notvorrats auch Bargeld bereitzuhalten, nennt aber keine konkrete Summe. Der Österreichische Zivilschutzverband empfiehlt eine kleine Reserve von 100 Euro pro Familienmitglied. Das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung empfiehlt so viel Bargeld, dass man davon einen Wocheneinkauf und eine Tankfüllung zahlen kann.

Das Geld sollte in kleinen Stückelungen vorliegen, also in Zehn-, Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Scheinen sowie in Münzen.

Sichere Aufbewahrung zu Hause

Grundsätzlich sollte man zu Hause keine größere Summe an Bargeld haben. Denn das Geld verliert aufgrund der Inflation nicht nur an Wert, sondern es kann auch gestohlen oder durch einen Brand oder Wasserschaden vernichtet werden.

Bei der Lagerung von Geld sollte man Folgendes beachten: gegebenenfalls im eigenen Tresor aufbewahren, auf mehrere Verstecke aufteilen, keine typischen Orte wie Matratze oder Schreibtisch wählen, sondern unauffällige Verstecke wie Topfpflanze, Gefrierfach oder Kosmetikbehälter. Das Geld sollte vor Feuer und Wasser geschützt werden, zum Beispiel mit Plastiktüten oder speziellen Dokumentenboxen und -taschen.

Versicherungsschutz für Bargeld

Bargeld ist in der Regel über die Hausratversicherung versichert. Sie greift bei Schäden etwa durch Feuer und Einbruch. Je nach Tarif wird Geld nur bis zu einer Höhe von meist 1.000 bis 2.000 Euro erstattet, wenn es nicht in einem sicheren Tresor eingeschlossen war. Deshalb sollte man sich bei seiner Versicherung über die Höchstgrenze informieren und seinen Bargeldbestand entsprechend anpassen. Größere Geldsummen sollten in einem Tresor oder Bankschließfach aufbewahrt werden.