Ein 40-jähriger Mann aus Demmin ist wegen Diebstahls geringwertiger Sachen und zweier Hausfriedensbrüche zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Neubrandenburg sprach das Urteil, nachdem der Mann im Februar 2025 in einem Supermarkt Käse, Schinken und Panade im Wert von 7,26 Euro gestohlen hatte und später trotz Hausverbots zweimal in den Markt zurückgekehrt war.
Vorstrafen und Widerruf der Bewährungen
Der Angeklagte hatte bereits 13 Eintragungen im Vorstrafenregister, darunter mehrere einschlägige Verurteilungen wegen Diebstahls. Drei Haftstrafen auf Bewährung wurden wegen neuer Straftaten widerrufen und mussten verbüßt werden. Zu Prozessbeginn war daher unklar, ob der Mann erneut mit Bewährung rechnen konnte.
Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte im Prozess: „Dann kam der Angeklagte im Juni und Juli 2025 doch zweimal wieder in den gleichen Einkaufsmarkt, weshalb ihm Hausfriedensbruch vorgeworfen wird.“
Positive Entwicklung und Job in Niedersachsen
Der ledige 40-Jährige, der längere Zeit wohnungslos war und Alkohol sowie Drogen konsumierte, begann 2025 eine Entwöhnungsmaßnahme in einer Suchtklinik bei Schwerin. Anschließend fand er eine Arbeit bei einem Fischverarbeiter in Niedersachsen. Nach dem Widerruf der Bewährung stellte er sich freiwillig den Justizbehörden in Mecklenburg-Vorpommern und trat seine Haftstrafe im Juni an, die als offener Vollzug in Neustrelitz angesetzt wurde.
Vor Gericht gestand der Mann alle drei Vorwürfe. Er gab an, damals auf der Straße gelebt und Hunger gehabt zu haben. Nachdem ihm der Diebstahl abgenommen worden war, radelte er an zwei weiteren Tagen zu dem Markt und wurde beide Male wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.
Geldstrafe statt Haft
Richterin Scharner erkannte eine „positive Entwicklung“ im Leben des Angeklagten und verhängte 100 Tagessätze zu je 20 Euro, insgesamt 2000 Euro. Die Staatsanwältin hatte dies ebenfalls vorgeschlagen. Alle Seiten erkannten die Strafe noch im Gerichtssaal an, wodurch sie rechtskräftig wurde.
Der Verurteilte arbeitet derzeit tagsüber bei einer Handelskette und möchte nicht nach Demmin zurückkehren. Er will in die Region Cuxhaven ziehen, wo er zuvor Arbeit gefunden hatte.