In den Ortsteilen Unnode und Borgwall der Gemeinde Kruckow entstehen derzeit Löschwasserkissen, um die jahrzehntelangen Probleme mit der Löschwasserversorgung zu beheben. Die Baufirma Theunert hat mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen, wie ein Foto von Stefan Hoeft zeigt.
Hintergrund der Maßnahme
Die Wehrführer der Gemeinde Kruckow hatten über Jahrzehnte hinweg über zu wenig Löschwasser in einigen Orten geklagt. Nun soll sich das bald erledigt haben. In den abseits der großen Straßen liegenden Minidörfern Borgwall und Unnode, tief in der vorpommerschen Provinz zwischen mittlerem Peene- und Tollensetal, wurde seit langem nicht mehr von öffentlicher Hand gebaut.
In beiden Ortsteilen rückten nun Handwerker samt Bagger an, um ein Karree zu planieren, einzufassen und mit Sand aufzufüllen. Am Ende erhält das Ganze noch einen Zaun ringsherum. Die einheimische Baufirma Theunert schafft damit die Voraussetzungen für den Aufbau sogenannter Löschwasserkissen.
Technik und Vorteile
Bei den Löschwasserkissen handelt es sich um selbsttragende Tanks aus einem technischen Gewebe, das beidseitig mit PVC beschichtet ist. Der Hersteller ist eine französische Firma, die mit ihrem patentierten Verfahren absolute Dichtheit, hohe mechanische Festigkeit und eine außergewöhnliche Langlebigkeit zusichert. Das Kissen kann ohne aufwendige Erd- und Fundamentarbeiten errichtet werden.
Diese Variante der Löschwasserspeicherung fand in der Region erstmals Ende 2025 im Jarmener Ortsteil Neu Plötz Anwendung. In Anlehnung an die gesetzlichen Brandschutz-Vorgaben Mecklenburg-Vorpommerns, das über eine Dauer von zwei Stunden mindestens 96 Kubikmeter für die Feuerbekämpfung vorschreibt, wird die 100-Kubikmeter-Version verwendet.
Die Kissen stellen keine Augenweide dar, lassen sich aber ohne aufwändige Erd- und Fundamentarbeiten platzieren und können bei Bedarf relativ einfach versetzt werden. Die vergleichsweise geringen Kosten bei Anschaffung und Unterhalt reduzieren die finanziellen Herausforderungen gegenüber herkömmlichen Löschwasserquellen wie Teichen, Zisternen oder Brunnen deutlich. Deshalb entschied sich die Gemeinde Kruckow für diesen Weg. Die Abgeordneten stellten im Haushalt 2026 die nötigen Mittel ein.
Frühere Lösungen scheiterten
Zuvor hatten sich andere Lösungen als unbrauchbar erwiesen. Der Kuckucksgraben erhielt 2001 rund zweihundert Meter hinter Unnode einen Entnahmeschacht für die Feuerwehr. In Borgwall wurde bereits 1997/98 ein vorhandener Teich für den gleichen Zweck ausgebaggert und mit Folie ausgekleidet. Doch der Teich zeigte vermutlich wegen schlechter Ausführung des Auftrags bald Macken, und auch die Sache mit dem Fließgewässer bewährte sich nicht.
Der damalige Wehrführer Horst Kobernuhs musste bald wieder in der Gemeindevertretung vorsprechen und Abhilfe anmahnen. Ab 2017 übernahm dies sein Sohn und Amtsnachfolger Ricardo Kobernuhs. Nun scheinen die größten Sorgen passé.
Aktuelle Lage und Zukunft
Damit existieren in sämtlichen acht Dörfern brauchbare Zapfmöglichkeiten. Vom leistungsfähigen Hydranten bei Tutow-Dorf über die Zisterne der Daberkower Landhof AG in Kruckow und den künstlichen Teich in Marienfelde bis hin zu einigen natürlichen Teichen wie in Schmarsow und Heydenhof, die eine Entnahmestelle bekamen. Leider liegen nicht alle auf öffentlichem Boden, sondern wie im Fall von Kartlow im privaten Schlosspark. Die Kommune ist auf die Kooperation mit dem Besitzer angewiesen, wobei im Notfall jede Versorgungsmöglichkeit genutzt werden darf.
Ricardo Kobernuhs sieht noch Reserven, insbesondere in Schmarsow. Der am Westende befindliche Schmiedeteich bietet ein riesiges Reservoir, ist aber rund 800 Meter von der letzten Wohnbebauung im Osten des Dorfes entfernt. Zwar gibt es auch in dieser Hälfte des Dorfes Wasserspeicher wie die Teiche am ehemaligen Pastorhaus, aber hinter deren Ergiebigkeit und langfristiger Verfügbarkeit sieht er Fragezeichen. „Da werden wir bestimmt noch mal was machen müssen.“
Der Wehrführer, der beruflich in der Landwirtschaft arbeitet, weiß um die Folgen von Klimawandel und Drainagen, die beide den natürlichen Zulauf verringern. „In den nächsten Jahren werden viele natürliche Teiche immer mehr austrocknen“, prognostiziert er. So dass es vielleicht nicht die letzten Löschkissen sind, die seine Gemeinde gerade bestellt hat.