Ein Ausflug nach Neubrandenburg endete für ein Ehepaar aus dem Oberuckerseer Ortsteil Potzlow/Abbau beinahe im Schock. Ursula und Detlef Werner begleiteten am Montag, dem 31. August, eine gemeinsame Bekannte zu einem Arzttermin ins Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum. Während der Wartezeit wollten sie die Zeit angenehm nutzen: Zuerst aßen sie Scholle in einem bekannten maritimen Schnellrestaurant, danach war ein Eis geplant. Als sich Detlef Werner (82) im Bereich der Toilette des Marktplatzcenters frisch machen wollte, ließ er seine Frau Ursula Werner (fast 80) kurz allein.
Schockmoment im Eiscafé
Was dann geschah, konnte Detlef Werner nicht vorhersehen. „Ich dachte, sie wäre tot“, erzählte er im Gespräch. Ursula Werner berichtete: „Ich saß im Außenbereich des Eiscafés und merkte plötzlich: Oh mein Gott, mir wird übel.“ Sie habe immer wieder Luft geholt und gepumpt, doch plötzlich wurde ihr schwarz vor Augen. Ihr Mann sah sie dort liegen und rannte zu ihr. Die Mitarbeiter des Cafés riefen den Notarzt. Ein zufällig anwesender Mediziner leistete Erste Hilfe. Der Rettungsdienst kam schnell und brachte Ursula Werner ins Bonhoeffer-Klinikum, wo sich zur gleichen Zeit die Bekannte des Ehepaares befand.
Schon öfter ohnmächtig geworden
„Ich habe mich wie der Fußballspieler Jamal Musiala gefühlt, der plötzlich zusammenbricht“, sagte Ursula Werner. Tatsächlich sei ihr das schon öfter passiert: „Mir ist zum Beispiel einmal der Kopf in einer Gaststätte heruntergefallen, aber dann hat mich mein Mann wieder aufgefangen und ich war wieder da.“ Im Prenzlauer Krankenhaus sei bisher nie etwas gefunden worden. Die Ärzte stellten eine Synkope fest, also eine Ohnmacht. Ursula Werner blieb bis zum Befund des Arztes im Krankenhaus, anschließend entließ sie sich selbst. Vorher versprach sie dem Mediziner, den Vorfall ihrem Hausarzt zu schildern. „Ich mache mir da keine große Hoffnung. Ich habe zwar einen Termin, aber die werden nichts finden – das war bisher immer so“, gestand sie. Zwei Tage brauchte sie zur Erholung.
Dankbares Ehepaar
Das Ehepaar möchte sich herzlich beim Rettungsteam und dem Personal der Notfallambulanz des Krankenhauses bedanken. „Diese Hilfsbereitschaft gibt uns den Glauben an die Menschheit zurück“, sagt Werner. Dankbar seien sie auch für die Helfer im Eiscafé, die Dame, die ihrem Mann beigestanden hat, sowie für Dr. Schwinn und seine fürsorgliche Betreuung im Café. Der Vorfall erinnert daran, wie wichtig schnelle Hilfe ist – und welches Engagement Rettungskräfte und Klinikmitarbeiter in solchen Momenten zeigen.