Prozess um versuchte Tötung: Angeklagter schweigt
Prozess um versuchte Tötung: Angeklagter schweigt

Am Mittwochvormittag begann am Landgericht Stralsund der Prozess gegen einen Mann, der im Januar in Wolgast einen Bekannten mit einem Messer in den Hals gestochen haben soll. Der Angeklagte erschien in blauem Anzug, mit Hand- und Fußfesseln und einem Aktenordner vor dem Gesicht. Er machte zu Prozessbeginn keine Angaben, hatte sich aber schriftlich über seinen Verteidiger geäußert.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 27. Januar in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) einen 57-jährigen Bekannten mit einem Messer in den Hals gestochen zu haben. Das Opfer hatte sich damals ein Oberteil auf die Wunde gepresst, um die Blutungen aus der Halsschlagader zu stoppen. Im Gerichtssaal wurde das Protokoll des Notrufs aus der Tatnacht verlesen.

Der Mann verstarb Anfang April. Ob sein Tod eine Folge des Angriffs war, soll eine Gutachterin klären.

Opfer hatte Angst vor dem Angeklagten

Opfer und mutmaßlicher Täter kannten sich aus der Haft. Im Saal wurde die Zeugenbefragung des Opfers verlesen, die kurz nach dem Angriff erfolgt war. Daraus ging hervor, dass das Opfer Angst vor dem Angeklagten hatte und nicht mit ihm allein in einer Wohnung sein wollte.

Nach der Tat fand die Polizei in der Wohnung des Angeklagten die mutmaßliche Tatwaffe: eine Gürtelschnalle mit einem versteckten Messer. Der Beschuldigte soll zur Tatzeit mehrere Medikamente eingenommen haben, die ihm ein Arzt verschrieben hatte. Ein Alkoholtest fiel negativ aus.

Festnahme und weiterer Prozessverlauf

Polizisten schilderten im Zeugenstand, wie der Angeklagte sie kurz nach der Tat zu Hause erwartet hatte. „Ich weiß, warum ihr hier seid!“ soll er gesagt haben und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Es sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Mitte des Monats erwartet.