Das Aktionsbündnis Vorpommern-Magistrale setzt neue Hoffnungen in die kommende Haushaltsdebatte im Bund. Nach monatelanger öffentlicher Ruhe wollen die Aktivisten erreichen, dass das Projekt zur Beschleunigung und zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Sassnitz und Berlin im Jahr 2027 wieder auf die Agenda kommt.
Jahrelanger Einsatz für die Bahnstrecke
Das Bündnis aus Vertretern von Wirtschaft, Politik und ehrenamtlich Engagierten hatte in der Vergangenheit mit Protestfahrten im Sonderzug nach Berlin, einer Petition sowie öffentlichen Veranstaltungen und Gesprächen mit Abgeordneten auf sich aufmerksam gemacht. In den vergangenen Monaten wurde es jedoch ruhiger um den Zusammenschluss. Laut Günther Jikeli, einem der Hauptorganisatoren, wurde die Arbeit im Hintergrund fortgesetzt.
Beim Usedomer laufen nach eigenen Angaben derzeit Telefon und Mailpostfach heiß, denn für das Vorhaben beginnen nun wichtige Wochen. Die Haushaltsdebatte im Bund steht an und damit die Chance, das Projekt für Vorpommern zumindest im Jahr 2027 voranzubringen.
Planungskosten als erste Hürde
Zunächst gehe es nicht vorrangig um die geschätzten Baukosten von rund 400 Millionen Euro, sondern um einen Fortschritt bei den Planungen. Die Kosten dafür schätzt Jikeli auf 2 bis 10 Millionen Euro pro Jahr. Diese Summe könnte die Bahn aus ihrem Budget stemmen, um wieder Fahrt für das Projekt aufzunehmen, so der pragmatische Vorschlag. Allerdings müsse nach den Regularien der Bundespolitik auch die Finanzierungsvereinbarung aus dem Verkehrs- und Finanzministerium zugesagt sein – eine Hürde, an der das Projekt zuletzt scheiterte.
Hoffnung auf Philipp Amthor
Günther Jikeli setzt auf das politische Gewicht der Vorpommern in der Bundesregierung, insbesondere auf Philipp Amthor (CDU) als Staatsminister im Bundeskanzleramt. Jikeli, selbst alter SPD-Mann, kennt Amthor noch aus dem Kreistag Vorpommern-Greifswald und schätzt, dass dieser sich nach anfänglicher Skepsis inzwischen klar für das Projekt ausspreche. Nun gehe es darum, etwas für seine Heimat zu bewegen, so Jikeli.
Amthor zeigte sich seiner Aufgabe bewusst: „Als CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern unterstützen wir den Ausbau der Vorpommern-Magistrale. Ich habe mich dafür bereits in der Vergangenheit eingesetzt und werde es auch in der Zukunft tun. Das Haushaltsverfahren für 2027 steht derzeit allerdings noch am Anfang. Dass sich der Bundesverkehrsminister für eine Realisierung möglichst vieler Projekte einsetzt und dass die Mittel für die Schiene schon im Regierungsentwurf erhöht werden konnten, ist absolut zu begrüßen.“
Jikeli hofft zudem auf Partner aus Brandenburg. „Die beiden großen Wirtschaftsmotoren der Bahntrasse sind der Hafen Sassnitz, aber auch das Drehkreuz Angermünde, worüber der Güterverkehr aus Polen in Richtung Deutschland rollt.“ Ein Wirtschaftlichkeitsnachweis für die Investition liege bereits vor.