In Putlitz in der Prignitz bietet Familie Schnitzler das Konzept „Urlaub gegen Hand“ an: Wildfremde Menschen dürfen kostenfrei bei ihnen wohnen, müssen sich dafür aber um die Tiere und das Haus kümmern. Die Idee ist in sozialen Medien beliebt und hilft Tierbesitzern, die im Urlaub eine Betreuung für ihre Vierbeiner suchen.
Das Prinzip Urlaub gegen Hand
„Urlaub gegen Hand beschreibt ganz einfach gesagt die Möglichkeit, beruhigt in den Urlaub zu fahren, während andere Personen das Eigenheim hüten und besonders die Tiere der Verreisten versorgen“, erklärt Petra Schnitzler. „Tierbesitzer kennen das Problem. Man möchte auch mal in den Urlaub fahren. Die Tiere kann und will man aber nicht mitnehmen.“ Im privaten Umfeld sei es schwer, jemanden zu finden, der sich um Tiere und Haus kümmert.
Auf Online-Plattformen wie Facebook gibt es Communitys mit weit über 250.000 Mitgliedern, wo Reisewillige ihre Dienste anbieten. Die Gegenleistungen variieren: von reiner Tierpflege bis hin zu handwerklichen Aufgaben.
Familie Schnitzlers Hof und Tiere
Der Familie Schnitzler geht es nur um die Versorgung ihrer Tiere während des zweiwöchigen Urlaubs. Auf dem über 100 Jahre alten, liebevoll restaurierten Bauernhof leben Pony Rudi, Ziege Klaus-Bärbel, Enten, Hühner, Kaninchen und zwei Minischweine. „Unser Haus verfügt sogar über eine eigene Gäste-Einliegerwohnung“, sagt Schnitzler. Sie möchte wildfremde Menschen nicht in ihren eigenen Räumen haben. „Ich hätte ein schlechtes Gefühl dabei“, betont sie, auch wenn man sich vorher treffe, um zu prüfen, ob die Vorstellungen zusammenpassen.
Positive Erfahrungen und die Auswahl der Gäste
In den vergangenen zwei Jahren habe sie nur gute Erfahrungen gemacht. Bei den ersten Urlaubern sei die Sympathie so groß gewesen, dass noch heute loser Kontakt besteht. „Es gab aber auch Bewerber, da haben wir gleich von der ersten Sekunde an gemerkt, dass es nicht passt.“ Das Ehepaar hatte klar geschrieben, dass es ein alter Bauernhof mit vielen Tieren sei. „Ein junges Paar kam vorbei, stieg aus dem Auto aus und der Mann beschwerte sich sofort, dass es nach Viehzeug stinkt“, erzählt sie. Da sei klar gewesen, dass dieses Paar nur kostenlosen Urlaub wollte.
„Aber mit den anderen Familien haben wir in den vergangenen Jahren wirklich nur gute Erfahrungen gemacht“, sagt Schnitzler. Im September sei es wieder so weit: Ein Paar aus dem Süden Deutschlands, das selbst Tiere hat, wird auf Haus, Hof und Tiere aufpassen. „Die haben selbst Tiere und wissen, was sie erwartet.“ In Telefongesprächen habe sie auf die gestellten Fragen geachtet, die viel Fachkenntnis zeigten. „Aber letztlich weiß man es natürlich nie, ob alles klappt“, meint sie, denkt aber positiv und empfiehlt das Konzept weiter.