Der 400-Meter-Läufer Michal Fatyga vom SC Neubrandenburg reist in der kommenden Woche zur U20-Weltmeisterschaft nach Eugene in den USA. Angesichts zweier schwerer Verletzungen im Winter ist das eine Überraschung.
Zwei Verletzungen, viele Zweifel
Im Januar erlitt der 18-Jährige einen Muskelriss und musste die Hallensaison abbrechen. Im März folgte beim Basketballspiel ein Außenbandriss. „Viele haben gesagt, das schaffst du nicht“, berichtet Fatyga. „Im Winter hatte ich neun Wochen Trainingspause, dann ging es wieder los und dann war ich wieder fünf Wochen raus.“
Trainer Thomas Peucker gab die Hoffnung auf die WM dennoch nicht auf. „In den sechs Wochen, die uns geblieben sind, waren die Zeiten sogar besser als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres“, sagt Peucker.
Training in Burg Stargard
Das Duo trainierte in den vergangenen Wochen unter anderem in Burg Stargard. „Wir wohnen ja beide hier, da hat sich das einfach angeboten. Es spart Zeit“, so Peucker. Die Stadt habe dem Wunsch sofort zugestimmt. Manchmal trainierte auch Fatygas jüngerer Bruder Jan mit.
Staffel statt Einzel
Für das Einzel über 400 Meter wurde Fatyga nicht nominiert – dort startet Tjark Schult aus Flensburg. Der DLV setzt Fatyga in der Mixed- und der Jungenstaffel ein. „Die WM war mein großes Saisonziel“, sagt Fatyga. „Einzel geht natürlich immer vor, aber in der Staffel hast du ein bisschen weniger Druck.“ Mit einem Lachen fügt er hinzu: „Von daher muss ich mir die Staffeln jetzt ein wenig schönreden.“
Herausforderung in Eugene
Fatyga hofft, mit den Staffeln in die Endläufe zu kommen. Medaillenchancen sieht Trainer Peucker kaum: „Die Tschechen haben eine Staffel, da laufen alle unter 47 Sekunden.“ Fatygas Saisonbestleistung liegt bei 47,58 Sekunden – damit holte er Bronze bei der deutschen U20-Meisterschaft. Zum Vergleich: Die Weltjahresbestenliste der U20 führt Jonathan Simms aus den USA mit 43,92 Sekunden an.
Fatyga freut sich auf das Hayward Field und die Duelle mit den weltbesten Läufern. Für Trainer Peucker, der seinen 60. Geburtstag feierte, ist die Nominierung ein schönes Geschenk. In den vergangenen fünf Jahren hatte er stets einen Athleten seiner Gruppe bei einem internationalen Höhepunkt dabei.