Camping in Mecklenburg-Vorpommern wird immer vielfältiger: Neben klassischen Wohnmobilen sind zunehmend ausgebaute Transporter, Dachzelte auf Kleinwagen und ungewöhnliche Anhänger unterwegs. Von einem einfachen Umbau für rund 100 Euro bis zum selbst ausgebauten Van für mehrere Tausend Euro reicht die Spanne. Passend zum Camping-Special verlost der Nordkurier eine TentBox Lite inklusive Zubehör.
Dachzelte und Vans erobern die Straßen Richtung Ostsee
Das Bild vom Camping mit Wohnwagen und Vorzelt am selben Fleck für drei Wochen trifft längst nicht mehr überall zu. Auf den Straßen Richtung Ostsee und Mecklenburgische Seenplatte zeigen sich immer mehr ausgebaute Transporter, Dachzelte auf Kleinwagen und Anhänger, die kaum wie Ferienunterkünfte aussehen. Manchmal reicht sogar ein Magnet, um das Leben unterwegs komfortabler zu machen.
Dachzelte, die früher vor allem bei Offroad-Reisenden zu sehen waren, landen inzwischen auch auf normalen Pkw. Kai Borucki aus der Nähe von Ludwigslust hat eine TentBox Lite ausprobiert, zunächst mit Blick auf Festivalwochenenden. Das Zelt lässt sich innerhalb weniger Minuten aufklappen und bietet Matratze, große Fenster, Dachfenster, Moskitonetze und Staumöglichkeiten.
Individuelle Lösungen für jedes Budget
„Es ist wirklich alles sehr gut durchdacht“, sagt Borucki über das Dachzelt. Im Inneren gebe es überraschend viel Platz, das Material mache einen hochwertigen Eindruck, und die Montage sei unkompliziert. Sein Fazit: „Genau das Richtige für ein Festivalwochenende oder einen Ausflug zu zweit, selbst wenn man nur ein kleines Auto hat.“
Allerdings ist die neue Freiheit nicht günstig: Je nach Dachzelt und Ausstattung kommen schnell mehrere Tausend Euro zusammen. „Wenn man so ein Komplettpaket dabei hat, dann ist es schon fast Glamping ohne Camper, das Geld ist gut investiert“, sagt Borucki. Beim Airbeat One in Neustadt-Glewe habe sich gezeigt, wie wertvoll jeder Zentimeter im Auto sein kann. „Da ist man um jeden Zentimeter für Bier oder Verpflegung dankbar“, sagt er und lacht. Als Nächstes soll das Dachzelt mit zum Indian Spirit nach Eldena, dann soll auch die mobile Küche zum Einsatz kommen.
Selbstausbau mit 6000 Euro und viel Eigenarbeit
Dass Camping nicht nur etwas für Familien oder Ruheständler ist, zeigen Dana und Moritz. Sie ist 22 und angehende Physiotherapeutin, er 23, gelernter Elektriker und angehender Techniker. Moritz entdeckte seine Begeisterung für Vanlife schon als Jugendlicher über YouTube und Instagram. Heute reisen die beiden mit einem Opel Vivaro von 2006, der rund 6000 Euro kostete. Weitere 4000 bis 5000 Euro flossen in den Ausbau – samt Dachträger, Markise und Solarpanel.
Im Inneren gibt es ein Sofa, das sich zum Bett ausklappen lässt, Schränke, eine Außenküche, Dieselheizung und einen neuen Boden. Auch eine Außendusche gehört zum Camper. Ein fertiges Projekt ist der Vivaro trotzdem kaum. Über Jahre wurde verändert, ergänzt und verbessert. Allein die letzten größeren Arbeiten hätten noch einmal drei bis vier Wochenenden beansprucht.
Der Mini-Camper für 100 Euro
Wie weit der Gedanke gehen kann, zeigt Danny aus der Nähe von Hamburg. Sein Campingfahrzeug hat mit einem klassischen Wohnmobil wenig gemeinsam. Grundlage ist ein neuer absenkbarer Tieflader, darauf sitzt der ehemalige Aufbau eines koreanischen Klein-Lkw. Den Aufbau bekam er kostenlos von seinem Arbeitgeber, das kleine Fenster von einem Bekannten. Als Bett dient die alte Schlafcouch seiner Tochter, deren Federkernmatratze sich als so bequem erwies, dass aus dem Provisorium eine Dauerlösung wurde.
Eine Woche dauerte der Umbau ungefähr. Für Schrauben, Scharniere, Spanngurte und weiteres Kleinmaterial gab Danny gerade einmal etwa 50 bis 100 Euro aus. Mehr wollte er bewusst nicht investieren. Zwei oder drei Campingwochenenden im Jahr reichen ihm.
Moderner Campingkomfort muss nicht aus großen Einbauten bestehen. Hersteller wie Campnetic setzen auf magnetisches Zubehör wie Haken, Handtuchhalter, Organizer, Regale oder Beleuchtung, das an metallischen Flächen befestigt und wieder entfernt werden kann. Gerade im begrenzten Raum eines Vans kann das entscheidend sein.
Für Mecklenburg-Vorpommern bietet diese Entwicklung gute Voraussetzungen. Wer mehrere Wochen bleiben möchte, findet klassische Campingplätze. Wer mit Van, Dachzelt oder kleinem Anhänger unterwegs ist, kann Stell- und Campingplätze als Etappen nutzen. Allerdings unterliegt das Freistehen Regeln und Einschränkungen – Naturschutzgebiete, Privatflächen und örtliche Verbote setzen Grenzen.