Hausbau in MV: Familie berichtet über Kosten und Förderversprechen
Hausbau in MV: Familie berichtet über Kosten und Förderung

Eine fünfköpfige Familie aus dem Westen Mecklenburg-Vorpommerns hat sich für den Bau eines Eigenheims entschieden, weil sie mehr Platz benötigte. Das damalige Baukindergeld des Bundes konnte sie nicht nutzen. „Wir haben das knapp verpasst“, sagt die Familie.

Baukindergeld und steigende Preise

Von 2018 bis 2021 zahlte der Bund 1200 Euro pro Kind und Jahr über zehn Jahre. „Das hört sich natürlich gut an“, so die Familie. Die Förderung hätte die Ausgaben etwas abfedern können. Doch zu dieser Zeit begann der Krieg in der Ukraine, und die Preise für Baustoffe und Bauleistungen stiegen deutlich. Aus Sicht der Familie wäre die Förderung ohnehin nur ein kleiner Baustein der Finanzierung gewesen und hätte die Bauentscheidung nicht beeinflusst.

Das Haus steht heute. Die Familie leistete viel Eigenarbeit: Steine wurden auf Rüstungen gehoben, Schlitze für Elektroleitungen gefräst, alte Ziegel abgeklopft und als Klinker wiederverwendet. Auch Dämmmaterial wurde in großen Mengen unter das Dach getragen. „Wir waren auf jeden Fall mit reichlich Elan dabei“, blickt die Familie zurück.

Baulandpreise und Grunderwerbsteuer

Die Kosten für ein Eigenheim hängen in Mecklenburg-Vorpommern auch vom Standort ab. Laut Grundstücksmarktbericht des Landes für 2025 kosten Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser im Binnenland zwischen 40 und 165 Euro je Quadratmeter. In Ostseenähe wurden 165 bis 395 Euro je Quadratmeter registriert, bei kleineren Grundstücken. Am teuersten ist Bauland auf Rügen: In Meeresnähe reicht die Spanne bis 1334 Euro je Quadratmeter. Günstiger ist der Landkreis Ludwigslust-Parchim, dort beginnen die Preise bei sechs Euro je Quadratmeter.

Doch auch günstiges Bauland macht den Weg ins Eigenheim nicht automatisch einfach. Eine Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung zeigt, dass vor allem die Erwerbsnebenkosten eine erhebliche Belastung darstellen, insbesondere die Grunderwerbsteuer. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Steuersatz 6 Prozent, in Bayern 3,5 Prozent. Zwar kostet ein typisches Eigenheim im Nordosten laut Studie rund 190.000 Euro weniger als in Bayern, doch die Einkommen sind niedriger. „Gerade in Bundesländern mit vergleichsweise geringen Einkommen wie Mecklenburg-Vorpommern“ treffe die Grunderwerbsteuer Erstkäufer besonders stark, erklärt Dirk Assmann von der Naumann-Stiftung.

Ein durchschnittlich verdienender Vollzeitbeschäftigter muss in Mecklenburg-Vorpommern laut Studie 6,9 Monatsgehälter für die Grunderwerbsteuer eines typischen Eigenheims aufbringen. In Bayern sind es 4,7, in Sachsen und Thüringen 4,8 Monatsgehälter.

MV-Baukindergeld und Forderungen der Familie

Die CDU fordert ein eigenes MV-Baukindergeld, das Familien beim erstmaligen Neubau oder Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützen soll. Vorgesehen sind 15.000 Euro für jedes im Haushalt lebende Kind unter 18 Jahren.

Die Familie würde davon nicht mehr profitieren, zieht aber ein gemischtes Fazit: „Manche Dinge hätte man im Nachgang vielleicht anders in Angriff genommen“, sagt sie. Beim zweiten Mal wisse man eben mehr.

Statt einer neuen Förderung sieht sie andere Möglichkeiten, denn mit dem Bau sind die Belastungen nicht vorbei. Neben der Grunderwerbsteuer fällt später die Grundsteuer an, die nach der jüngsten Reform neu berechnet wurde. „Spitz formuliert fließt dadurch schon einiges vom Baukindergeld – linke Tasche, rechte Tasche – zurück dahin, von wo es gekommen ist“, sagt die Familie. Aus ihrer Sicht wäre es sinnvoller, bestehende Belastungen zu senken, statt ein weiteres Förderprogramm mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand aufzulegen.