Spatenstich für 58 neue Muster-Feuerwehrhäuser in MV
Spatenstich für 58 Muster-Feuerwehrhäuser

Mit symbolischen Spatenstichen in Rukieten (Landkreis Rostock) und Klockenhagen (Ortsteil von Ribnitz-Damgarten) hat Mecklenburg-Vorpommern den offiziellen Beginn seines bislang größten Bauprogramms für Feuerwehrgerätehäuser eingeläutet. Das Land investiert insgesamt 50 Millionen Euro in 58 Neubauten.

Warum neue Gerätehäuser nötig sind

Hintergrund ist der erhebliche Sanierungs- und Modernisierungsbedarf vieler Feuerwehrgerätehäuser, besonders in kleineren Gemeinden. Häufig entsprechen die Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen: Fahrzeuge sind größer geworden, Umkleideräume fehlen oder befinden sich aus Platzmangel in den Fahrzeughallen. Auch getrennte Sanitäranlagen und moderne Arbeitsschutzvorgaben erfordern vielerorts einen Neubau.

Die Landesregierung gab 2023 ein Fördervolumen von 50 Millionen Euro frei, das als Sonderbedarfszuweisung an die Gemeinden ausgereicht wird. Das Programm richtet sich gezielt an kleinere Gemeinden im ländlichen Raum. Je schlechter die Kommunen finanziell gestellt sind, desto höher der Fördergrad – bis zu 75 Prozent Zuschuss sind möglich. Rund 70 Gemeinden hatten sich beworben, der Topf reichte für 58.

Einheitliche Bauweise senkt Kosten

Das Land setzt auf sogenannte Musterfeuerwehrhäuser. Alle Gebäude entstehen nach einem einheitlichen Konzept in modularer Bauweise. Laut Landesbrandmeister Hannes Möller handelt es sich um Zweckbauten. Durch gemeinsame Ausschreibung und einheitlichen Standard lassen sich Planungskosten senken und günstigere Baupreise erzielen. Zusätzliche Wünsche der Gemeinden können auf eigene Kosten einbezogen werden. Ein solches Förderprogramm ist bundesweit bislang einmalig.

Für viele Gemeinden ist dieses Konzept entscheidend, da Neubauten ohne Förderung und Standardisierung finanziell kaum zu stemmen wären.

Beispiel Rukieten

Die Gemeinde mit rund 300 Einwohnern rechnet für ihr neues Feuerwehrhaus mit Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro. Bürgermeister Frank Holzapfel (parteilos) zeigte sich beim Spatenstich erleichtert. Die Auswahl sei eine große Chance, da die finanzielle Lage einen eigenen Bau ohne Fördermittel nicht zulassen würde. Bekannte Mängel wie ein zu kleines Tor in der Fahrzeughalle und fehlende Umkleidemöglichkeiten bestehen seit Jahren. Zudem gibt es eine Jugendfeuerwehr, für die es bislang keinen Platz gibt. „Wir freuen uns sehr, dass wir beim Fördermittelprogramm ausgewählt wurden“, sagt der Bürgermeister, der zugleich stellvertretender Wehrführer ist. Er hofft, das neue Gerätehaus in etwa einem halben Jahr beziehen zu können.

Land unterstützt vor allem kleinere Kommunen

Brandschutz ist Pflichtaufgabe der Kommunen, aber die finanziellen Möglichkeiten reichen oft nicht für Millioneninvestitionen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte, das Land stelle erneut erhebliche Mittel bereit. „Die Landesregierung hat ein zweites 50-Millionen-Euro-Programm für moderne Feuerwehrgerätehäuser beschlossen und sorgt für eine gute Ausstattung der Feuerwehren im ganzen Land“, sagte sie. Bereits mit dem ersten Programm seien 310 neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft worden.

Innenminister Christian Pegel (SPD) sieht in den Neubauten eine Investition in die Sicherheit der Einsatzkräfte: „Unsere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden leisten Tag für Tag Herausragendes – oft ehrenamtlich und unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Es ist unsere Pflicht, ihnen moderne Technik und zeitgemäße Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Mit den Musterfeuerwehrhäusern schaffen wir genau das: schnell, effizient und bezahlbar.“

Läuft alles nach Plan, könnten die 58 Gerätehäuser innerhalb der kommenden drei Jahre fertiggestellt werden.

Weitere Investitionen geplant

Das Bauprogramm ist nur ein Teil der Feuerwehrförderung. Aus dem 50-Millionen-Euro-Sonderprogramm fließen zusätzlich rund 15 Millionen Euro in Sanierung, Erweiterung und Umbau bestehender Feuerwehrhäuser. Für größere Städte und Gemeinden mit mehreren Stellplätzen stehen weitere 45 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur bereit.

Ministerpräsidentin Schwesig kündigte an, als nächstes die Landesbrandschule in Malchow zu modernisieren. Dafür sind weitere 50 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur vorgesehen.