Rostock Port treibt den internen Ausbau des Rostocker Überseehafens mit Investitionen von bis zu 60 Millionen Euro voran. Da kaum freie Flächen existieren, werden bestehende Areale optimiert, Hafenbecken vertieft und Liegeplätze modernisiert.
EU-Projekt Harbour: Neue Verkehrsfläche am Hafenbecken A
Im Rahmen des EU-kofinanzierten Projekts Harbour begann im Juni südlich von Hafenbecken A der Bau einer rund vier Hektar großen Verkehrs- und Vorstellfläche. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka sieben Millionen Euro. „2027 wird die Fläche mit zwei Flutlichtmasten und einer Zaunanlage ausgerüstet und dem Fährterminal zugeordnet“, so Gernot Tesch, Geschäftsführer von Rostock Port.
Abriss alter Hallenkomplexe auf zehn Hektar
Bereits im vergangenen Jahr begannen auf einer Fläche von rund zehn Hektar umfangreiche Abrissmaßnahmen alter Hallenkomplexe. Diese werden in drei Bauabschnitten bis voraussichtlich Ende 2026 realisiert. Nach der Beräumung stehen die an das Fähr- und RoRo-Terminal angrenzenden Flächen für die Hafenentwicklung zur Verfügung. Das Gesamtvolumen des ebenfalls geförderten Vorhabens beträgt etwa 15 Millionen Euro.
Grundhafte Erneuerung der Liegeplätze 33 und 34
Auf einer Länge von etwa 400 Metern werden die letzten beiden Liegeplätze 33 und 34 aus den 1960er-Jahren auf der Ostseite von Pier II grundhaft erneuert. Mit einer Wassertiefe von 12,50 Metern und einer Flächenbelastbarkeit von fünf Tonnen pro Quadratmeter entsprechen die Ausbauparameter denen der neu gebauten Liegeplätze 31 und 32. Die wesentlichen Arbeiten des knapp 20 Millionen teuren Bauvorhabens sollen Ende 2026 abgeschlossen sein. Das Vorhaben wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur vom Land MV gefördert.
Tiefenwasserliegeplatz 5 im Ölhafen geplant
Rostock Port plant den Neubau des Tiefenwasserliegeplatzes 5 im Ölhafen. Das Genehmigungsverfahren zieht sich trotz wachsender Bedeutung des Ölhafens in die Länge. Im Juni 2022 wurde der Auftrag zur Planung eines Tiefwasserliegeplatzes im östlichen Bereich des Ölhafens vergeben. Ziel ist es, auf Basis qualifizierter und beschleunigter Planungen zeitnah eine Baugenehmigung zu erhalten, um Liegeplatz 5 für zukünftige Energieimporte zu ertüchtigen und nachhaltige Energien bereitstellen zu können. Das Genehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Die Bauzeit soll rund zwei Jahre betragen. Nach Fertigstellung wird das Hafenbecken an die bereits auf 16,50 Meter vertiefte Wendeplatte angebunden. Da die Baumaßnahme überwiegend im Bestand erfolge, könne der Eingriff in die Natur minimiert werden.