Hannover 96 geht ins achte Jahr in der 2. Fußball-Bundesliga. In der Vorsaison platzte der Traum vom Aufstieg erst am letzten Spieltag. Dieses Mal soll es klappen. Das Team von Trainer Christian Titz arbeitet dafür im Trainingslager im Sauerland.
Trainingslager in Iserlohn statt Österreich
Anders als in den vergangenen Jahren, als es standardmäßig nach Österreich ging, findet das Trainingslager in diesem Sommer in Iserlohn statt. Insgesamt sind 33 Spieler mit dabei, darunter die vier Neuzugänge Pascal Loretz, Jean Hugonet, Taycan Etcibasi und Yunus Ünal, einige Nachwuchsspieler und Langzeitverletzte wie Benedikt Pichler oder Husseyn Chakroun. Der abwanderungswillige Daisuke Yokota trainiert mit Knieschmerzen auf dem Ergometer.
Teamgeist und Abgeschiedenheit
Auf die Frage, ob der „Geist von Iserlohn“ schon entdeckt sei, antwortet Titz: „So weit würde ich jetzt nicht gehen.“ Es gehe ihm und seinem Trainer-Team darum, als Mannschaft zusammenzuwachsen und sich auch als Menschen kennenzulernen. Neben dem Training stehen Minigolf und Schach auf dem Programm. Kolja Oudenne berichtet im NDR-Interview, er habe beim Minigolf gewonnen und Schach mache ihm viel Spaß.
Motivation nach knapp verpasstem Aufstieg
Oudenne hatte nach dem letzten Saisonspiel gegen Nürnberg mit Tränen zu kämpfen. Mittlerweile habe er das Erlebte verarbeitet: „Ich habe mir viele Gedanken gemacht und mittlerweile kann ich daraus Kraft schöpfen.“ Der späte K.o. sei Motivation für die neue Saison.
Kaderveränderungen und Bedarf
Zehn Spieler verließen den Verein, darunter Stammspieler wie Noel Aseko, Nahuell Noll und Kapitän Enzo Leopold. Titz sagt, solche Abgänge täten weh. Es brauche dringend Neuzugänge, etwa für die Innenverteidigung und im Mittelfeld. Sportgeschäftsführer Jonas Boldt setzt auf „Klasse statt Masse“ und betont: „Ich werde mich definitiv nicht verweigern, gute Spieler nach Hannover holen zu wollen. Aber ich glaube, man muss mit der Mär aufhören, dass man nur durch Spielerverpflichtungen von alleine aufsteigt.“
Trainingslager bis zum Wochenende
Das Trainingslager im Sauerland geht noch bis zum Wochenende. Die Mannschaft wohnt fünf Radminuten entfernt im Vierjahreszeiten am Seilersee. Vor zwei Jahren wohnte dort die italienische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Deutschland – sie schied früh im Achtelfinale aus. Vielleicht bringt der „Geist von Iserlohn“ Hannover 96 mehr Glück.