Rund 300 Menschen sind am Montagabend, 7. September, einer kurzfristigen Einladung zu einer Mahnwache am Alten Garten in Schwerin gefolgt. Anlass war das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft wurde und die absolute Mehrheit knapp verfehlte.
Protest von Privatperson organisiert
Unter dem Motto „Kein Zentimeter dem Faschismus“ rief Sebastian Hüller kurzfristig zu der Versammlung auf. Er betonte, dass die Initiative von ihm persönlich ausgegangen sei und nicht von Bündnis 90/Die Grünen, für die er als Direktkandidat im Wahlkreis 08 bei der Landtagswahl in Schwerin antritt. Seine Botschaft lautete: „Nach diesem Wahlergebnis solle niemand mit seinen Sorgen und Ängsten allein sein.“
Innerhalb weniger Stunden schlossen sich zahlreiche Initiativen, Parteien und Verbände an, darunter „Schwerin für alle“, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG), Linke, Grüne, CSD, Omas gegen Rechts, Verdi und die Initiative Prüf MV. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kam zum Alten Garten.
Schwesig: „Unser Zuhause bekommt die AfD nicht“
In ihrer Rede sprach Schwesig von einem „ganz bitteren Abend“ für Sachsen-Anhalt, die Demokraten und die Zivilgesellschaft. Die Lage sei ernst. „Es war noch nie so bedrohlich wie jetzt“, betonte die SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wahlergebnis zeige, dass die AfD eine reale Chance habe, bei Wahlen an die Macht zu kommen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen vorn, die regierende SPD konnte den Abstand jedoch verkürzen.
Schwesig wurde noch deutlicher: „Mecklenburg-Vorpommern ist nicht Sachsen-Anhalt. Wir werden die Machtfantasien der AfD gemeinsam stoppen. Unser Zuhause bekommt die AfD nicht.“ Ihr Appell richtete sich vor allem an Menschen, die sich nach dem Wahlergebnis Sorgen machen oder eingeschüchtert fühlen. Gerade in kleineren Orten könne es schwer sein, offen dagegenzuhalten. „Deshalb ist es jetzt gerade ganz wichtig, dass niemand allein steht“, sagte Schwesig.
Initiator: Ergebnis ist „ein Warnschuss“
Initiator Sebastian Hüller sagte: „Dieses Ergebnis in Sachsen-Anhalt macht Angst.“ Für ihn sei es „ein Warnschuss und nichts anderes“. Wegzugehen oder sich zurückzuziehen, sei keine Lösung. „Unsere Aufgabe ist es doch, solidarisch zu sein und hier zu bleiben.“