Schutz des Sandregenpfeifers: Erste Erfolge an Ostseeküste
Sandregenpfeifer-Schutz: Erfolge an Ostseeküste

Erfolge im Artenschutz

Seit drei Jahren kämpfen die Fachgruppe Ornithologie Rostock, der NABU Mittleres Mecklenburg und der Zoo Rostock gemeinsam gegen den dramatischen Rückgang des Sandregenpfeifers an Mecklenburgs Ostseeküste. Jetzt gibt es erste Lichtblicke. „Wir sehen inzwischen sehr deutlich, dass unsere gemeinsamen Schutzmaßnahmen wirken“, sagt Jonas Homburg, Vogelkurator im Zoo Rostock. „Fast alle in diesem Jahr eingerichteten Schutzflächen wurden von den Vögeln angenommen, sodass wir an vielen Stellen Bruten nachweisen konnten. Für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart ist das ein ausgesprochen ermutigendes Signal.“

Netz von Strandinseln erweitert

Seit Beginn des Projektes wurde das Netz geschützter Strandbereiche, sogenannter Strandinseln, zwischen Kühlungsborn und Warnemünde kontinuierlich erweitert. Aktuell gibt es solche Areale in Börgerende, Elmenhorst sowie in Wittenbeck. In Zusammenarbeit mit dem Stadtforstamt Rostock konnte zudem erstmals eine Fläche in der Rostocker Heide gesichert werden. Die saisonal abgesperrten oberen Strandbereiche ermöglichen den Vögeln ein störungsfreies Brutgeschäft. Strandgäste werden gebeten, die gekennzeichneten Bereiche nicht zu betreten und Hunde anzuleinen.

Nachzucht und Auswilderung

Ein weiterer Baustein ist das Ausbrüten gefährdeter Gelege und die Aufzucht der Jungvögel im Zoo Rostock. Bisher wurden sechs Sandregenpfeifer erfolgreich aufgezogen und ausgewildert. „Erfreulich ist, dass dieses Jahr ein ins Projektgebiet zurückgekehrter, ausgewilderter Vogel beobachtet werden konnte. Es belegt den Erfolg des Vorgehens“, berichtet Homburg. Der Sandregenpfeifer brütet zwischen April und August an den Sand- und Kiesstränden der Ostsee.

Zukunftsperspektive

Der Zoo Rostock und seine Projektpartner bitten Strandbesucher weiterhin um Rücksicht. „Unser Ziel ist eine dauerhaft stabile Population von Sandregenpfeifern an der mecklenburgischen Ostseeküste“, so Joachim Springer, Koordinator der Initiative für die Fachgruppe und den NABU Mittleres Mecklenburg. „Davon sind wir noch ein Stück entfernt. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre zeigt jedoch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Entscheidend bleibt, dass Naturschutz und rücksichtsvolle Strandnutzung Hand in Hand gehen.“