Von Villiez: Neue Antisemitismusbeauftragte stellt Programm vor
Von Villiez: Neue Antisemitismusbeauftragte stellt Programm vor

Schwerpunkt auf Bildungseinrichtungen

Die neue Hamburger Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez will besonders dem Judenhass an Schulen und Universitäten entgegentreten. Das sagte sie am Dienstag bei ihrer offiziellen Vorstellung im Rathaus.

Von Villiez spricht von einem „grassierenden israelbezogenen Antisemitismus“ an Hamburger Hochschulen. Die Situation im Bildungswesen sei für sie eine Hauptaufgabe ihres Ehrenamts. Sie wolle jüdische Schüler und Studierende schützen. „Und Wege finden, Antisemitismus in den Köpfen und Herzen der nichtjüdischen Schüler und Lehrer zu bekämpfen“, sagte von Villiez.

„Nicht nur reagieren, sondern auch gestalten“

Die Historikerin ist Anfang 50, evangelisch, und als Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule im Karoviertel mit dem Thema seit vielen Jahren vertraut. Sie wolle nicht einfach den Antisemitismus verwalten und nur auf Vorfälle reagieren, sondern auch gestalten.

Mehr Sichtbarkeit durch Begegnungsformate

„Mein Anspruch ist, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass Antisemitismus langfristig und messbar in Hamburg zurückgeht“, sagte sie. Sie wolle das unter anderem auch mit Begegnungsformaten erreichen, um jüdisches Leben in Hamburg sichtbarer zu machen.

Der Hamburger Senat hatte von Villiez Ende Juni zur Nachfolgerin des im vergangenen Oktober zurückgetretenen Stefan Hensel bestellt. Die Nachfolgersuche war holprig verlaufen: Ein Bewerber aus dem Israelitischen Tempelverband hatte vor Gericht Beschwerde gegen das Verfahren eingelegt – letztlich ohne Erfolg.