Manuela Schwesig (SPD) will den Vorsprung der AfD bei der Landtagswahl 2026 mit aller Macht aufholen. Die 52-jährige Finanzwirtin und amtierende Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gilt als krisenerprobt und gut vernetzt.
Politische Karriere seit 2008
Schwesig prägt die Landespolitik Mecklenburg-Vorpommerns seit mehr als anderthalb Jahrzehnten. Nach ihren Anfängen in der Schweriner Kommunalpolitik wurde sie 2008 als Sozialministerin in die Landesregierung berufen.
2013 holte sie SPD-Parteichef Sigmar Gabriel auf Empfehlung des Schweriner Ministerpräsidenten Erwin Sellering in das Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 2017 kehrte sie nach Schwerin zurück und übernahm nach dem krankheitsbedingten Rückzug Erwin Sellerings das Amt der Ministerpräsidentin.
Vom „Küsten-Barbie“ zur erfahrenen Regierungschefin
Zu Beginn ihrer politischen Laufbahn wurde Schwesig von politischen Gegnern häufig unterschätzt und in Medien als „Küsten-Barbie“ bezeichnet. Heute gilt sie als erfahrene Regierungschefin mit hoher bundespolitischer Sichtbarkeit.
Sie ist regelmäßig in überregionalen politischen Debatten präsent und zählt zu den bekanntesten SPD-Landespolitikerinnen Deutschlands. Angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten der Bundes-SPD wird ihr eine mögliche Rolle in der Bundespartei zugeschrieben.
Steckbrief und politische Schwerpunkte
Geboren 1974 in Frankfurt (Oder), 52 Jahre, verheiratet, zwei Kinder. Diplom-Finanzwirtin, Kommunalpolitikerin, Landesministerin, Bundesministerin und seit 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Landesvorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern. Überstand 2019/20 eine Brustkrebserkrankung.
Inhaltlich setzte Schwesig früh Schwerpunkte in der Familien- und Sozialpolitik. Gebührenfreie Kindertagesbetreuung, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Vertretung ostdeutscher Interessen gehören zu ihren zentralen politischen Themen. Ihre bundespolitischen Erfahrungen und ihr Netzwerk innerhalb der SPD verschaffen ihr dabei auch über die Landesgrenzen hinaus Einfluss.
Russlandpolitik und Kurswechsel
Ein wesentlicher Teil ihrer politischen Bilanz ist mit der Russlandpolitik Mecklenburg-Vorpommerns verbunden. Schwesig führte zunächst den wirtschaftspolitischen Kurs ihrer Vorgänger fort, unterstützte das Pipelineprojekt Nord Stream 2 und initiierte die Gründung der Klimaschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die den Bau der Pipeline trotz drohender US-Sanktionen absichern sollte. Dafür wurde sie später scharf kritisiert.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vollzog Schwesig einen grundlegenden Kurswechsel. Seither setzt die Landesregierung auf eine engere Zusammenarbeit mit Skandinavien, den baltischen Staaten und der ukrainischen Partnerregion Tschernihiw.