„Ich war zehn Minuten tot“: Junger Mann warnt vor Glasstrohhalmen
„Ich war zehn Minuten tot“: Warnung vor Glasstrohhalmen

Ein junger Mann sorgt mit einem Video auf TikTok für Aufsehen, in dem er von einem lebensbedrohlichen Vorfall berichtet. Er macht einen Glasstrohhalm für eine schwere innere Verletzung verantwortlich und fordert ein Verbot der Trinkhalme in Deutschland.

Vier Liter Blut verloren

In dem Video, das bereits mehr als eine Million Mal aufgerufen wurde, sagt der junge Mann: „Ich habe vier Liter meines Bluts verloren.“ Er zeigt sich in einem Krankenzimmer der Uniklinik Freiburg. Als Ursache vermutet er einen Glas-Trinkhalm. Eine scharfe Kante oder ein Glassplitter habe seinen Magen verletzt. „Ich will, dass diese Glasstrohhalme in Deutschland verboten werden“, fordert er von der Politik.

Symptome und Verlauf

Der junge Mann hatte vor rund einem Monat Glasstrohhalme gekauft und mehrfach benutzt. Wenige Wochen später begannen starke Bauchschmerzen. „Mein Bauch hat sich aufgebläht“, erzählt er. Sein Stuhl sei „knallschwarz“ gewesen, was auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hinweist. „Ich dachte mir nichts dabei“, sagt er rückblickend. Die Beschwerden verschlimmerten sich täglich. „Ich habe keine Luft mehr bekommen.“ Beim Treppensteigen habe sein Herz gerast, ihm sei schwindelig geworden.

Einlieferung und Behandlung

Am 14. Juli brachte seine Mutter ihn in ein Krankenhaus. „Ich war gelb und kalt“, sagt er. Ärzte entdeckten bei einer Magenspiegelung einen Riss im Magen-Darm-Bereich und verschlossen ihn mit einem Clip. Die Blutung hielt jedoch an. Er wurde in die Uniklinik Freiburg verlegt. „Meine Blutspende wurde mit dem Helikopter aus Baden-Baden geliefert“, schildert er auf TikTok.

Beinahe-Tod und Schock

Besonders dramatisch beschreibt er die Stunden vor der Verlegung: „Ich war zehn Minuten tot. Für zehn Minuten war ich tot – oder fünf Minuten.“ Als er wieder zu sich kam, standen zahlreiche Ärzte um ihn herum, seine Familie weinte. Später erhielt er eine weitere Bluttransfusion. Tage danach leidet er noch unter den Folgen. „Ich bin immer noch im Schock und kann mich an nichts richtig erinnern. Ich fühle nur innere Leere, keine Gefühle & Emotionen“, schreibt er in einem neueren Video.

Reaktionen und ähnlicher Fall

Die Schilderungen lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Unter dem Video finden sich zahlreiche Genesungswünsche. Viele junge Nutzer entsorgen demonstrativ ihre Glasstrohhalme. Vergleichbare Fälle sind kaum bekannt. Im vergangenen Jahr berichtete die britische Zeitung „The Sun“ über eine junge Mutter aus den USA, die einen Splitter eines zerbrochenen Glasstrohhalms verschluckt hatte. Ein CT zeigte den Splitter im Magen; er wanderte in den Darm und wurde auf natürlichem Weg ausgeschieden.