In Mecklenburg-Vorpommern stehen die Zeichen auf Landtagswahl 2026, und damit rückt auch die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Fokus. Die Parteien im Land haben unterschiedliche Vorstellungen, wie es mit dem NDR und seinen Angeboten weitergehen soll. Der NDR selbst macht mit einer Aktion namens „Funkstille“ auf seine Bedeutung aufmerksam.
NDR warnt vor möglicher Kündigung des Staatsvertrags
Der NDR weist darauf hin, dass seine Arbeit auf dem NDR-Staatsvertrag und weiteren Verträgen zwischen den Bundesländern basiert. Diese Verträge könnten wie jeder Vertrag gekündigt werden – ein Thema im Landtagswahlkampf. Sofort abgeschaltet wäre der Sender allerdings nicht, betont der NDR. Ohne den NDR gäbe es kein „Nordmagazin“, kein NDR 1 Radio MV und keine Regionalstudios in Rostock, Greifswald, Neubrandenburg und Schwerin.
Parteien im Vergleich: Von Kündigung bis Reform
Die SPD will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten und spricht von einem „unersetzlichen Beitrag zur Information der Bevölkerung“. Sie fordert effizientere Strukturen und will die Medienkompetenz stärken. Die AfD in MV möchte den NDR-Staatsvertrag und den Medienstaatsvertrag kündigen, den Rundfunkbeitrag abschaffen und den Rundfunk durch einen schlankeren „Grundfunk“ ersetzen. Zudem sollen Politiker nicht mehr im Rundfunkrat sitzen.
Die CDU bekennt sich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als „unabhängige Instanz in unserer Medienlandschaft“ und unterstützt eine Strukturreform für effizientere Beitragsnutzung. Das BSW fordert einen „staatsfernen und bürgernahen“ Rundfunk und will den Beitrag auf maximal zehn Euro im Monat senken. Die FDP setzt auf „Public Value“, weniger Sender und starke Mediatheken, und will den Beitrag für junge Menschen wie Studierende und Azubis ganz streichen. Die Linke und die Grünen erwähnen den Rundfunk nicht explizit in ihren Programmen.