Rund 70 Menschen versammelten sich am Montagnachmittag auf dem Schweriner Marktplatz, um an den 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine zu erinnern. Organisiert wurde die Kundgebung von Nord Haus UA gemeinsam mit dem Caritasverband für das Erzbistum Hamburg. Zwischen 16 und 17 Uhr standen ukrainische Fahnen, die Nationalhymne, Tänze und gemeinsame Gebete im Mittelpunkt. Ausgelassene Feierstimmung kam jedoch nur bedingt auf, da sich die Ukraine weiterhin im Krieg befindet.
Ein Tag der Freiheit, Würde und Hoffnung
Matthias Thees vom Vorstand von Nord Haus UA nannte den 24. August „einen Tag der Freiheit, der Würde und der Hoffnung“. Gefeiert würden die Heimat, die Sprache, die Kultur und die Menschen der Ukraine – auch jene, die heute in Deutschland leben. Zugleich erinnerte er an diejenigen, die für die Freiheit und Zukunft des Landes ihr Leben verloren haben.
Vereinsmitglied André Bondatschuk blickte in einem historischen Rückblick auf die Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991 zurück. Wenige Monate später bestätigten mehr als 90 Prozent der Menschen diese Entscheidung in einem Referendum. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 kämpfe die Ukraine nicht allein um Städte und Gebiete, sondern um das Recht, die eigene Zukunft selbst zu bestimmen.
Schweigeminute und Hoffnungsmomente
Besonders still wurde es auf dem Marktplatz, als die Teilnehmer der Soldaten, Zivilisten und Familien gedachten, die durch den Krieg auseinandergerissen wurden oder Angehörige verloren haben. Für die Opfer wurde eine Schweigeminute eingelegt.
Daneben gab es auch Momente, die Hoffnung vermitteln sollten. Die Tanzgruppe „Nordwind“ von Nord Haus UA trat auf. Die Kinder und Jugendlichen proben regelmäßig im Internationalen Haus in Schwerin. Musik, Tanz und Kultur sollten zeigen, dass die ukrainische Identität auch fern der Heimat weiterlebt.
Mehr als 500.000 Euro für Hilfsprojekte
Die Solidarität soll nicht auf dem Marktplatz enden. Nach Angaben der Organisatoren kamen seit Kriegsausbruch bereits mehr als 500.000 Euro für Hilfsprojekte zusammen. Allein bei einer Winterhilfe-Initiative für Kiew wurden mehr als 50.000 Euro gesammelt. Weil auch der kommende Winter für die Menschen schwierig werden könnte, soll erneut eine Hilfsinitiative starten.