Richtfest: Fahrradparkhaus mit 300 Plätzen in Schwerin bis 2027
Richtfest: Fahrradparkhaus mit 300 Plätzen in Schwerin

Beim Richtfest für die erste Schweriner Mobilitätsstation mit über 300 Fahrradstellplätzen haben Vertreter von Stadt und Land den Baufortschritt gewürdigt. Das hybride Bauwerk aus Beton und Holz entsteht seit sechs Monaten in der Straße Am Packhof in der Nähe des Hauptbahnhofs und soll Anfang 2027 in Betrieb gehen.

Zweistöckige Station mit Rampe und Serviceangeboten

Die zweistöckige Mobilitätsstation bietet über 300 Stellplätze für Fahrräder, darunter spezielle Bereiche für Langzeitparker, E-Bikes und Lastenräder. Geplant sind außerdem ein Fahrradverleih sowie ein öffentlich zugängliches barrierefreies WC. Eine befahrbare Rampe mit elfprozentiger Neigung soll den Zugang zum Obergeschoss erleichtern.

„Gerade an diesem zentralen Mobilitätsknoten wollen wir bis zum Jahresende eine ausreichende Anzahl sicherer und gut erreichbarer Abstellmöglichkeiten schaffen. Unser Anspruch ist eine durchdachte Lösung, die den Umstieg aufs Rad und auf den öffentlichen Verkehr erleichtert“, sagte ZGM-Werkleiterin Dr. Valerie Elss beim Richtfest im Beisein von Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank (parteilos).

Finanzierung und Fördermittel

Die Investition für das Mobilitätszentrum beträgt 3,2 Millionen Euro. Davon tragen Land und Bund 90 Prozent, drei Prozent des städtischen Eigenanteils übernimmt die Metropolregion Hamburg. Als Standort hat die Stadt ein eigenes Grundstück in der Straße Am Packhof zur Verfügung gestellt, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Grunthalplatz, einem wichtigen Knotenpunkt für Buslinien und Straßenbahn.

Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) betonte: „Fahrradparkhäuser fördern den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, benötigen deutlich weniger Raum als Parkplätze für Autos. Unsere Mobilitätsstation verbessert Sicherheit, Komfort und Verlässlichkeit des Radfahrens in Schwerin.“ Beim Zerschmettern des Trinkglases nach dem Richtspruch wurde Ehlers durch einen Splitter leicht verletzt. Er erinnerte daran, dass vor der Grundsteinlegung vor sechs Monaten viele Steine aus dem Weg geräumt werden mussten.

Betrieb durch Nahverkehr Schwerin

Betreiber der Mobilitätsstation wird der Nahverkehr Schwerin (NVS), der damit sein Verleihgeschäft erweitern möchte. Laut NVS-Geschäftsführer Thomas Schlüter können E-Bikes abgestellt und geladen werden, außerdem gibt es Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder und Fahrradanhänger. Auch die sichere Aufbewahrung von Gepäckstücken ist vorgesehen.

Interessenten für Dauerstellplätze können sich bereits jetzt per Mail an [email protected] an den NVS wenden. Der Nahverkehr meldet sich dann Anfang 2027 zurück. Zudem überbrachte Minister Dr. Wolfgang Blank einen Zuwendungsbescheid über knapp 2,4 Millionen Euro für den Ausbau der Radinfrastruktur in Schwerin. Die Mittel vom Landesförderinstitut dienen dem Ausbau des Radverkehrsknotenpunkts Lübecker/Gadebuscher und Grevesmühlener Straße.