In Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich der Sommer 2026 von zwei Seiten: Der Juni war deutlich zu warm, der Juli entsprach dem langjährigen Mittel. Während Westeuropa laut EU-Klimaprogramm Copernicus die wärmsten Juni- und Juli-Monate seit Beginn der Aufzeichnungen erlebte, blieb das Land an der Ostsee von extremen Werten verschont.
Juni auf Platz drei bis sechs der Messreihe
Der Juni lag im Schnitt 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel. Je nach Region erreichte der Monat damit Platz drei bis sechs in der hundertjährigen Messreihe. NDR-Wetterexperte Stefan Kreibohm erklärt: "Mecklenburg-Vorpommern liegt im Übergang zum deutlich kühleren Nord- und Nordosteuropa."
Der bisherige Temperaturrekord in MV liegt bei 39,4 Grad Celsius, gemessen 2022 in Boizenburg. In Suckow an der A24 wurden 40,9 Grad erreicht – allerdings ohne dass dieser Wert als offizieller Rekord bestätigt wurde.
Juli durchschnittlich, aber statistisch bemerkenswert
Im Juli gab es keine Abweichung vom Mittel. "Der Juli war durchschnittlich temperiert", so Kreibohm. Trotzdem landete der Monat in der Klimareihe auf Platz 30 bis 35 – angesichts der hundertjährigen Statistik ein bemerkenswerter Wert.
Beim Niederschlag zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Im Flächenmittel fielen im Juni 95 Prozent, im Juli 82 Prozent des langjährigen Solls. Während der Westen Mecklenburg-Vorpommerns mehr Regen erhielt, blieb es im Osten vergleichsweise trocken. "Es gibt ein deutliches Gefälle", betont Kreibohm.
Ostsee bleibt hinter globalem Trend zurück
Die weltweiten Meere erreichten laut Copernicus im Juli mit rund 21 Grad einen Rekordwert. Für die Ostsee lässt sich das nicht bestätigen: Sie ist zwar vergleichsweise warm, aber nicht deutlich wärmer als in den Vorjahren. Der Rekord von 2006 mit rund 25 Grad bleibt aktuell sechs bis sieben Grad entfernt.