Umfrage in MV: SPD holt auf, AfD bleibt vorn – Reaktionen der Spitzenkandidaten
Umfrage in MV: SPD holt auf, AfD bleibt vorn – Reaktionen

Die politische Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern ist in Bewegung. Wäre am Sonntag Landtagswahl, käme die AfD laut einer aktuellen Umfrage von INSA Consulere für den Nordkurier auf 36 Prozent, die SPD auf 33 Prozent. Dahinter folgen Linke (11), CDU (7), Grüne (5) und BSW (4). Sonstige Parteien erreichen zusammen 4 Prozent. Befragt wurden vom 1. bis 8. September 1000 Wahlberechtigte in MV.

So reagieren die Spitzenkandidaten

Manuela Schwesig (SPD) sieht die Lage als ernst an: „Die Lage bleibt sehr ernst. Die Umfrage zeigt: Es ist knapp. Es kommt auf jede Stimme an. Die AfD kann stärkste Kraft werden und damit die Chance bekommen, an die Macht zu gelangen. Bei meinen Terminen im ganzen Land spüre ich: Viele Menschen wollen das nicht. Denn es würde Mecklenburg-Vorpommern und seinem Ansehen sehr schaden. Der sicherste Weg, das zu verhindern, sind beide Stimmen für die SPD. Ich bitte alle, die wollen, dass ich Ministerpräsidentin bleibe: Gehen Sie wählen.“

Enrico Schult (AfD) zeigt sich zuversichtlich: „Es zeigt sich, dass sich die AfD trotz der Untergangsprophezeiungen der SPD eine stabile Stammwählerschaft erarbeitet hat, die sich nicht beirren lässt und die unbedingt einen Politikwechsel in diesem Land will. Umfragen sind aber keine Wahlergebnisse und deshalb sind wir zuversichtlich, dass das Ergebnis, ähnlich wie in Sachsen-Anhalt, am Wahltag noch besser ausfallen wird als die Umfragen.“

Linke und Grüne sehen Rot-Rot-Grün

Hennis Herbst (Linke) betont: „Die neueste Umfrage zeigt, dass die AfD in MV keine Machtoption hat. Deshalb geht es auch nicht um die Frage, wer hier stärkste Kraft wird. Entscheidend ist, wie die Mehrheiten jenseits der AfD aussehen, und als Linke kämpfen wir für linke Mehrheiten. Das bedeutet bezahlbares Wohnen, gute Bildung und ein Gesundheitssystem, das niemanden allein lässt. SPD und Grüne würden auch mit der Merz-CDU koalieren. Wohin das führt, sehen wir in der Bundesregierung.“

Claudia Müller (Grüne) sieht klare Mehrheiten: „Die Zahlen sind eindeutig: Die Zeichen stehen auf Rot-Rot-Grün. Die einzige stabile demokratische Mehrheit ist Rot-Rot-Grün. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt müssen wir mit Rückenwind für die AfD rechnen. Es braucht uns Bündnisgrüne, damit unser Land nicht im rechtspopulistischen Chaos versinkt und günstige klimafreundliche Energien konsequent ausgebaut werden.“

CDU und BSW kämpfen um Einzug

Daniel Peters (CDU) setzt auf die Mitte: „Fast jeden Tag wird eine neue Umfrage durch das Land geschickt. Wir kämpfen bis zum Schluss für eine Politik der Mitte und Vernunft. Das heißt wirtschaftliches Wachstum, gut bezahlte Arbeit, Bildung mit einem klaren Leistungsgedanken und ein sicheres Land. Wer das will, muss CDU wählen. Das Gegenteil davon bekommt man mit Rot-Rot-Grün oder der AfD.“

Peter Schabbel (BSW) verweist auf frühere Wahlergebnisse: „4 Prozent in den Umfragen sind beim BSW mindestens 5 Prozent am Wahlsonntag. Das war in Sachsen-Anhalt so und das wird in MV auch so sein. Nur mit dem BSW im Landtag besteht die Chance auf echte Veränderung. Ein Weiter so wird es mit dem BSW nicht geben – auch das zeigt Sachsen-Anhalt.“