In Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der Wohngeldempfänger wieder. Nach Angaben des Statistischen Amtes bezogen Ende 2025 insgesamt 46.635 Haushalte im Nordosten Wohngeld – das waren 1655 Haushalte beziehungsweise 3,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Jahr 2024 war die Zahl noch leicht gesunken.
Staatliche Unterstützung können sowohl Mieter als auch Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen sowie Wohnungs- und Hauseigentümer erhalten. Letztere, bei denen die Leistung Lastenzuschuss heißt, machten allerdings nur 8,5 Prozent aller Anspruchsberechtigten aus.
Rentner und Alleinlebende besonders betroffen
Vor allem Senioren müssen häufig einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten beantragen. In Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als zwei Drittel (67,2 Prozent) der Wohngeldbezieher Rentner oder Pensionäre – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (52 Prozent). Aus der Gruppe der Arbeitnehmer und Beamten kommen 24,4 Prozent der Wohngeldbezieher. Studenten und Auszubildende mit eigener Wohnung machen lediglich 1,4 Prozent aller Bezieher aus.
Auffällig ist, dass mit 31.860 Haushalten (68,3 Prozent) vor allem Alleinlebende Wohngeld beziehen. 16,2 Prozent (7570) der Wohngeldhaushalte bestehen aus zwei Personen, 5,7 Prozent (2650) aus drei Personen. Bei 5,1 Prozent (2355) handelte es sich um Haushalte mit vier und bei 4,7 Prozent (2200) um Haushalte mit fünf und mehr Personen.
Durchschnittliche Leistung leicht gestiegen
Der durchschnittliche monatliche Anspruch lag laut Statistischem Amt Ende vergangenen Jahres in reinen Wohngeldhaushalten – also solchen, in denen alle Mitglieder einen Anspruch haben – bei 217 Euro und damit vier Euro höher als ein Jahr zuvor. Lebt mindestens eine Person im Haushalt, die Transferleistungen erhält, wurden im Schnitt 226 Euro gezahlt, nach 228 Euro Ende 2024.
Gründe für den Rückgriff auf Wohngeld gibt es mehrere. Dem Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbundes zufolge gehören dazu steigende Mieten, hohe Nebenkosten und fehlender bezahlbarer Wohnraum. In einer repräsentativen Befragung im Rahmen des Mietenreports berichteten 58 Prozent der Befragten von gestiegenen Wohnkosten innerhalb der letzten zwölf Monate.
Reformpläne könnten Einschnitte bringen
11,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mussten laut Mieterbund 2025 mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufbringen. Ist das – wie in Mecklenburg-Vorpommern – unterdurchschnittlich, fallen Steigerungen bei Energiepreisen und anderen Wohnnebenkosten noch stärker ins Gewicht.
Die Reformpläne der Bundesregierung könnten die Situation vieler Wohngeldempfänger ab 2027 verschärfen. Dem noch vor der Sommerpause vom Kabinett beschlossenen Entwurf zur Neuordnung des Wohngelds zufolge soll eine ursprünglich geplante Erhöhung ausgesetzt, die Heizkostenkomponente halbiert und die Berechnungsformel geändert werden. Dem Sozialverband Deutschland zufolge wäre dadurch künftig rund ein Drittel der heutigen Wohngeldhaushalte nicht mehr anspruchsberechtigt.