Das Schnupperangebot von „Des Bibers Helles“ in der Getränkeland-Filiale in Jarmen war am späten Donnerstagnachmittag in weniger als zehn Minuten ausverkauft. Gut 300 Flaschen zu je 0,33 Litern standen für die Verkaufspremiere bereit. Die Schlange vor dem Kühlschrank wuchs schnell, die meisten Kunden griffen gleich zum Sechserpack.
Verein will regelmäßig eigenes Bier herstellen
Hinter der Aktion steht der im Frühjahr gegründete Verein „Jarmener Braukultur“. Seine Mitglieder aus der Peenestadt und Umgebung wollen in naher Zukunft regelmäßig vor Ort eigenes Bier herstellen. Bisher sind sie bei der Produktion auf Unterstützung aus Wolgast angewiesen, wo bereits seit einigen Jahren entsprechende Technik und Lagermöglichkeiten vorhanden sind.
Im Frühjahr setzten die Jarmener ihr erstes eigenes Bier an, das beim Oldtimer- und Traktorentreffen ausgeschenkt wurde. Im Sommer folgte eine zweite Charge. Anfang September präsentierte sich der Verein beim Festival „Wasted in Jarmen“, das von Tausenden aus ganz Deutschland besucht wurde. Acht Fässer mit je 30 Litern standen für den Geschmackstest bereit, dazu ein eigens kreierter 0,4-Liter-Becher. Mehr als 200 Leute reihten sich beim Startschuss vor der Zapfstation auf, am Ende dürften gut 600 den Gerstensaft probiert haben.
Ab 2027 soll es richtig losgehen
Der Vereinsvorsitzende Carl Hesse erklärte, dass ab 2027 deutlich mehr Bier und langfristig weitere Sorten hergestellt werden sollen. Im nächsten Jahr hofft der Verein, in Jarmen entsprechende Technik installieren zu können. Zusammen mit Gleichgesinnten aus Wolgast, Gützkow und Stolpe an der Peene hat man sich für das Projekt „Pommersche Bierstraße“ zusammengeschlossen. Die Leader-Aktionsgruppe hat bereits eine Förderzusage gegeben. Damit sollen Lagertanks und eine mobile Mikrobrauerei finanziert werden, die auf einem Fahrzeug-Trailer in Jarmen parken soll.
Als Standort ist der Küchenanbau des kommunalen Kulturzentrums an der Rosenstraße vorgesehen, vielen noch aus DDR-Zeiten als Schülergaststätte bekannt. Die Nebenräume sind unterkellert und seit Jahrzehnten verwaist. Dort wäre Platz für Lagertanks und ein Vereinslokal. Vorher sind Sanierungs- und Umbaumaßnahmen nötig.
Getränkeland und Minister zeigen sich begeistert
Getränkeland-Geschäftsführer Axel Heidebrecht zeigte sich bei der Verkaufspremiere vorbereitet auf mehr Jarmener Bier. Er lobte den Geschmack („Das ist einfach hammerlecker“) und die gemeinschaftliche Idee dahinter. „Ich freue mich, dass wir dieses Thema Regionalität so leben können. Gemeinsam was zu schaffen, was Neues zu probieren. Das macht einfach Spaß“, erklärte er. Auch MV-Wirtschaftsminister Wolfgang Blank gehörte beim Festival „Wasted“ zu denen, die einen ersten Schluck von „Des Bibers Helles“ genossen.