Firmengelände in Dalmsdorf wird zur Waldbrand-Zentrale umfunktioniert
Firmengelände wird zur Waldbrand-Zentrale

Firmenchef zögert keine Sekunde

Als die Anfrage der stellvertretenden Kreiswehrführerin Doreen Pech kam, hat Mirko Fortak keine Sekunde gezögert, sein Firmengelände in Dalmsdorf zur Verfügung zu stellen. Er weiß: Wenn es auf dem nahegelegenen Truppenübungsplatz brennt, zählt jede Sekunde. „Die Helfer benötigten einen sicheren Platz, von dem aus der Einsatz geleitet werden konnte. Wir hatten ihn“, sagt er.

Selbst 14 Jahre Wehrleiter

Mirko Fortak ist selbst seit 28 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kratzeburg. „Ich habe sie 14 Jahre als Wehrführer geleitet. Gesundheitsbedingt bin ich aber jetzt nicht mehr aktiv“, sagt er. Seine 40 Mitarbeiter zogen sich auf den hinteren Teil des Geländes zurück, um Platz für die Feuerwehr zu machen. Vier von ihnen wurden zum Waldbrand-Dienst in der Feuerwehr freigestellt. Drei sorgen seit Beginn des Einsatzes für die Sauberkeit der Räume und Sanitäranlagen. „Bevor der Katastrophenschutz seine Versorgungseinrichtung aufgebaut hat, mussten ausschließlich unsere Toiletten und Aufenthaltsräume genutzt werden“, sagt Mirko Fortak.

Pressekonferenz mit Maschinenrattern

Was es bedeutet, bei laufendem Betrieb eine Feuerwehr-Einsatzleitstelle großen Ausmaßes auf dem Hof und in den Räumen zu beherbergen, wurde nicht zuletzt bei einer Pressekonferenz mit Umweltminister und Landrat deutlich. Während Behördenvertreter Journalistenfragen beantworteten, ratterten im Hintergrund Maschinen. Laut MV-Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei der Waldbrand im Müritz-Nationalpark nun „unter Kontrolle“.

Familienunternehmen seit 35 Jahren

Das Familienunternehmen Galvanotechnik ist seit 35 Jahren in Dalmsdorf ansässig. Es stellt weltweit gefragte Galvanotechnik her und macht mit seinen Produkten einen jährlichen Umsatz von mehr als 12 Millionen Euro. „Wir montieren unsere Geräte zur Oberflächenbeschichtung weltweit. Erst kürzlich haben wir einen riesigen Auftrag aus der Türkei bedient. Da gingen von hier aus 54 Lkw mit Montageteilen auf die Reise“, berichtet Mirko Fortak.

Trubel wird gerne in Kauf genommen

Den Trubel auf dem Gelände während des Löscheinsatzes im Nationalpark und die dafür freigestellten Arbeitskräfte aus seiner Belegschaft nimmt Mirko Fortak bereitwillig in Kauf. Rund um die Uhr gingen Einsatzkräfte aus der Region und anderen Bundesländern, Politiker, Behördenvertreter und Journalisten auf dem Unternehmensgelände ein und aus, wurde verschiedenste Löschtechnik geparkt, fanden regelmäßig Lagebesprechungen statt. „Das läuft alles ruhig ab, jeder weiß, was zu tun ist. Die Beeinträchtigung hält sich in Grenzen“, sagt der Firmen-Chef.

Wirtschaftlicher Erfolg kommt Gemeinde zugute

Wo er helfen kann, da helfe er. Denn die besonderen Gefahren, die vom ehemaligen munitionsbelasteten Truppenübungsplatz für die Dörfer in der Nachbarschaft ausgehen, seien ihm stets bewusst. „Die Feuerwehr hat eine große Verantwortung. Sie hätte es leichter, wenn die Wege im Gebiet besser geräumt werden würden“, sagt er. Der wirtschaftliche Erfolg seines Unternehmens kommt der Gemeinde auf direktem Wege zugute, nicht nur über die Gewerbesteuer. Das kann Bürgermeister Guntram Wagner bestätigen. Regelmäßig spendet Galvanotechnik große Summen für die Jugendfeuerwehr sowie für die Anschaffung von Löschtechnik in der Gemeinde Kratzeburg.