Die Lage beim Großbrand zwischen Neustrelitz und Waren hat sich dank des Regens am Montag und dem Einsatz einer Spezialeinheit aus Niedersachsen beruhigt. Doch der Boden ist immer noch zwischen 130 und 160 Grad heiß, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Montag bei einer Pressekonferenz in Dalmsdorf. Der Müritz-Nationalpark übernehme die Nachsorge.
Landrat: Lage vollständig unter Kontrolle
Laut Landrat Thomas Müller (CDU) ist die Lage nun vollständig unter Kontrolle. Allerdings sei die Munition im Boden des ehemaligen Truppenübungsplatzes durch die Hitze gefährlicher als zu Beginn des Großbrandes. „Es ist höchst lebensgefährlich“, so Thomas Müller. Wegen der Hitze im Boden würden die Verteidigungslinien weiter gehalten werden. Dennoch werde man mit deutlich weniger Personal vor Ort bleiben.
Frühestens am Mittwoch solle es dazu weitere Entscheidungen geben. Auch die Ausrüstung werde nicht sofort abgebaut, erklärte Thomas Müller. Er sprach von einem geordneten Rückzug.
Nationalpark übernimmt Nachsorge
Ulf Zimmerman, Leiter des Müritz-Nationalparks, ergänzte, dass neben den Drohnenflügen vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auch die Ranger des Nationalparks auf die Lage schauen werden. Für den Fall, dass es erneut brennt, wäre der Nationalpark auch im engen Kontakt mit der Feuerwehr Kratzeburg.
Langfristig müsse ausgewertet werden, welche Folgen der Brand für die Natur habe, so der Nationalparkleiter. Die Natur habe jedoch eine ungeheure Kraft. Die Tier- und Pflanzenwelt habe sich auf grüne Inseln zurückziehen können, von wo aus die verbrannte Fläche wieder besiedelt werden könne.
Urlauber können sicher Urlaub machen
Landwirtschaftsminister Till Backhaus ergänzte: „Man kann hier in Ruhe seinen Urlaub verbringen.“ Die Urlauber seien in der Hochsaison natürlich herzlich willkommen. Hier drohe keine Gefahr mehr, so der Minister. Die munitionsverseuchte Fläche dürfe aber auf keinen Fall betreten werden, dort herrsche Lebensgefahr. Es habe schon Personen gegeben, die das versucht hätten.
Feuerwehr Kratzeburg ließ sich nicht ablösen
Der Bürgermeister der Gemeinde Kratzeburg, Guntram Wagner (Wählergemeinschaft Kratzeburg), ist selbst bei der Feuerwehr seiner Gemeinde und im Süden des Waldbrandgebietes Einsatzleiter. Die Feuerwehr Kratzeburg sei seit Beginn des Brandgeschehens am 13. Juni ununterbrochen im Einsatz gewesen und habe sich nicht ablösen lassen. Sie seien emotional sehr angefasst, auch aufgrund der Unterstützung durch andere Feuerwehren, der Blaulichtfamilie und der Bundeswehr. „Das ist alles so nicht selbstverständlich“, so Guntram Wagner.
Kratzeburg habe sehr viel Wald auf dem Gemeindegebiet und sei besonders stark betroffen gewesen. Man sei froh, dass in den Ortschaften selbst nichts passiert ist. Dennoch hätten die Ereignisse der vergangenen Tage auch die Bevölkerung emotional gemacht. Selbst in Dalmsdorf hätten viele schon auf gepackten Koffern gesessen. Gleichzeitig sei die Bevölkerung der Feuerwehr gegenüber auch sehr wertschätzend gewesen.
Zweiter Brand innerhalb kurzer Zeit
Nach einem Großbrand nördlich von Neustrelitz Ende Juni ist nun seit acht Tagen die zweite Fläche in der Region von einem Waldbrand betroffen. In beiden Fällen handelt es sich um ehemalige Truppenübungsplätze. Wegen dieser Häufung ermittle die Polizei in alle Richtungen, sagte Landrat Thomas Müller.
In den nächsten Tagen werde der Kräfteeinsatz deutlich zurückgefahren. Einsatzkräfte auch aus anderen Bundesländern würden ihre Ausrüstung abbauen. Allerdings bleibe ein Teil noch vor Ort. „Wir sind nach wie vor einsatzbereit und für alles gewappnet“, so Thomas Müller.