Ostsee in Not: Todeszonen nehmen zu – Experte warnt vor Fischsterben
Ostsee-Todeszonen: Experte warnt vor Fischsterben

Der Ostsee geht die Luft aus: Rund ein Sechstel des Meeres besteht aus sogenannten Todeszonen – Gebieten mit kaum oder gar keinem Sauerstoff. Das ist mehr als in jedem anderen Ozean weltweit. Die meisten dieser Zonen liegen im tiefen Wasser und bleiben verborgen, doch immer wieder werden auch Strandgäste mit den dramatischen Auswirkungen konfrontiert.

Massenhaftes Fischsterben an den Stränden

Besonders während der Badesaison kann es zu Todeszonen in Küstennähe kommen. Lev Naumov vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde erklärt: „Die können durchaus relevant sein für Menschen, für Urlaubende, für Strandgäste. Da kann es passieren, dass Fische und Organismen sterben und dann sehen die sie am Strand.“ Im September 2025 wurden massenhaft tote Fische angespült.

Ursachen: Hitze und Überdüngung

Hauptursache für küstennahe Todeszonen ist die Hitze. Die Ostsee erwärmt sich immer weiter und ist bereits über zwei Grad wärmer als in den 1990er Jahren. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann es speichern. Das zweite große Problem ist die Überdüngung der Ostsee durch Kläranlagen, Schiffsabgase und vor allem durch Düngemittel aus der Landwirtschaft.

Hoffnung für die Ostsee

Während sich küstennahe Todeszonen meist nach der Hitze wieder zurückbilden, bleiben die Todeszonen im tiefen Wasser bestehen. Doch es gibt Hoffnung: Seit 1988 gibt es Grenzwerte für die Überdüngung der Ostsee, an die sich alle Ostsee-Städte halten müssen. Zudem werden Seegraswiesen am Ostseegrund angepflanzt, die für Sauerstoff sorgen. Ob das alles wirklich dazu führt, dass Todeszonen verschwinden, können wir frühestens in 30 Jahren sehen.