„Toy Story 5“: Wenn das Tablet Buzz Lightyear den Rang abläuft
Toy Story 5: Tablet bedroht Buzz Lightyear

30 Jahre nach dem Triumph von „Toy Story“ greift Pixar erneut die Geschichte auf und schafft es, an alte Erfolge anzuknüpfen. Für Pete Docter, Kreativchef von Pixar, ist das ein konsequenter Schritt: Die Welt habe sich rasant weiterentwickelt, auch im Kinderzimmer sei die Zeit nicht stehen geblieben.

Tablets als größte Bedrohung für Spielzeug

„Technologie prägt heute das Leben von Kindern wie nie zuvor – und viele Eltern fragen sich, wie sie richtig damit umgehen sollen“, sagt Docter. „Aus der Sicht eines Spielzeugs ist das die größtmögliche Bedrohung. In ‚Toy Story 5‘ konnten wir dieses Thema endlich erzählen und gleichzeitig Jessie stärker in den Mittelpunkt rücken.“

Der Film zeigt, wie das Mädchen Bonnie mit dem froschförmigen Tablet Lillypad spielt und andere Spielzeuge wie Cowgirl-Puppe Jessie und Astronaut Buzz Lightyear vernachlässigt. Das Tablet wird jedoch nicht als Bösewicht dargestellt; es möchte Bonnie helfen, etwa Freunde zu finden. Der Konflikt entsteht erst, als analoge und digitale Spielzeuge um dieselbe Aufmerksamkeit des Kindes kämpfen.

Eine Metapher fürs Erwachsenwerden

Wie alle „Toy Story“-Filme dreht sich auch der fünfte Teil ums Erwachsenwerden. „Toy Story ist längst mehr als eine Geschichte über Spielzeug“, so Docter. „Die Filme erzählen von unserem Leben – von neuen Technologien genauso wie vom Elternsein. Es geht darum, Kinder aufwachsen zu sehen und irgendwann loslassen zu müssen.“

Mit einer cleveren Meta-Ebene stellt der Film die Frage, was mit der Fantasie passiert, wenn Bildschirme den Alltag bestimmen. Pixar wird seinem Ruf gerecht: Der Film punktet mit der Fähigkeit, von großen Gefühlen und Unsicherheiten zu erzählen – dank sprechender Cowboys, Space Rangern und lebendig gewordenen Spielzeugen.

Hintergrund: Spielzeug und Bildschirmzeit

Die Expertin Wiebke Waburg von der Uni Koblenz betont, dass Kinder gar nicht so viel brauchen – etwa Holzbauklötze oder naturgetreue Gegenstände. Das Kinderhilfswerk warnt davor, Kinder zur eigenen Entlastung vor dem Bildschirm zu parken. Zudem warnen Experten vor Spionagegefahr durch vernetzte Spielzeuge.

„Toy Story 5“ (Regie: Andrew Stanton, Länge: 102 Minuten, Altersempfehlung: 0 Jahre) startet am 23. Juli 2026 in den deutschen Kinos.