Puchow hat sein 700-jähriges Bestehen mit einem großen Fest am Wokuhlsee gefeiert. Rund 255.000 Tage besteht der Ort, der 1326 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Bürgermeisterin Michaela Hundertmark sprach bei der Eröffnung von einem historischen Meilenstein.
Fest mit zwölf Stunden Programm
Das Dorf Puchow mit seinem Ortsteil Rahnenfelde gehört zur Gemeinde Kucksee im Amt Penzliner Land. Der Ort zählt nur 160 Einwohner. Die Vorbereitung des Festes dauerte 18 Monate. Anfangs waren nur drei oder vier Mitstreiter beteiligt, später wurden es mehr. Federführend war der Ortsverein „Dorftreff Pu-Ra“, der mit vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein Programm von etwa zwölf Stunden auf die Beine stellte.
Auf dem Festplatz am Wokuhlsee stehen das Dorfgemeinschaftshaus und eine kleine Bühne. Erst vor wenigen Tagen hatte Tim Hundertmark die Innenseiten der „Uns Dörpbühn“ mit Graffiti-Bildern verschönert. Vor der Bühne befindet sich eine gepflasterte Tanzfläche. Ein Frauenchor eröffnete die Feierlichkeiten vor hunderten Besuchern, auch die Bürgermeisterin sang mit und erntete Applaus.
Von Seemannsliedern bis Techno
Das Männer-Ensemble „Shantychor Penzlin“ stimmte die Gäste mit Seemannsliedern auf den maritimen Teil ein. Zahlreiche weitere musikalische Darbietungen sorgten für Abwechslung. Den Abschluss bildete eine Technoparty für die jüngeren Besucher. „Unsere jungen Leute bestanden darauf, dass auch Techno auf dem Festplatz stattfindet“, erklärte Michaela Hundertmark.
Eine Tombola lockte viele Besucher an, es schien, als gewinne jedes Los. Hunderte Preise wurden von Großmärkten, Tankstellen, Gaststätten und Bürgern gespendet. Zu den Gewinnern gehörten Tina Frost und Hans-Otto Henschel aus Neubrandenburg. Frost arbeitet im nahegelegenen Mallin bei der Awo-Müritz und hat dadurch Kontakte zu Kindern und Eltern in Puchow. „Und dann habe ich meine Friseurin heute im Fest-Chor singen hören und gesehen. Sie kann mehr als Haare“, berichtete sie.
Gäste aus Neubrandenburg und historische Ausstellung
Hans-Otto Henschel stammt aus Sachsen-Anhalt und fand in Krukow, einem Nachbarort von Puchow, seine spätere Frau. „Wir freuen uns auf ein unterhaltsames Programm, wollen aber auch einen Rundgang durch das Dorf machen und das ehemalige Gutshaus besuchen. Das ist heute in Privatbesitz und kein schöner Anblick für das Dorf – es verfällt leider“, beschrieben die Besucher ihren Plan.
Christine Richter kam ebenfalls aus Neubrandenburg, besuchte ihren Sohn und interessierte sich für die historische Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus mit zahlreichen Fotos aus vergangenen Zeiten. „Ein Fest zum Genießen. Alles ist mit sehr viel Leidenschaft vorbereitet und das Festgelände sehr schön gepflegt. Alle Achtung, was dieser kleine Ort so auf die Beine stellt. Schade ist, dass im Schloss keine Künstler mehr kreativ tätig sind so wie früher. Das wäre auch heute noch ein Besuchermagnet“, resümierte sie.
Bürgermeisterin Michaela Hundertmark zog ein zufriedenes Fazit: „Guter Zuspruch, bestes Wetter, die Mühen der Vorbereitung haben sich auch trotz klammer Kassen wirklich gelohnt. Das Programm spricht alle an, ob jung oder alt. Die Bewohner fühlen sich in Puchow und Rahnenfelde wohl und auch die Kinder und Enkel bleiben hier.“