Borken hat am Sonntag das weltweit größte Wiesencafé aufgebaut. 775 Gäste nahmen an einer aus Strohballen gebildeten Kaffeetafel teil und feierten damit zugleich das Erntefest des Gutes Borken. Der Agrarbetrieb gratulierte der Stadt Pasewalk zum 775-jährigen Stadtjubiläum, das am kommenden Wochenende gefeiert wird. Dafür wurden knapp 100 Strohballen zu den Zahlen sieben, sieben und fünf aufgebaut.
Rekordversuch mit Hindernissen
Einige wenige Plätze waren gegen 15 Uhr noch nicht besetzt, obwohl die Karten im Vorfeld verkauft worden waren. Für nicht erschienene Besucher wurden die Plätze mit Interessenten vor Ort nachbesetzt, sodass die Zahl von 775 Gästen erreicht wurde. Der Agrarbetrieb hatte die Aktion monatelang mit vielen Helfern vorbereitet.
Für die Unterhaltung sorgten unter anderem die Rossower Schalmeienkapelle, Radio-Moderator Leif Tennemann und die Line Dancer vom SC Christopherus Ueckermünde. Neben dem Wiesencafé gab es ein Tobe-Paradies aus Stroh für Kinder. Der Tag begann mit einem Gottesdienst mit dem katholischen Militärseelsorger Bernhard Trömer aus Viereck.
Konzept seit Januar in Arbeit
Sven Grumbach, Geschäftsführer des Gutes Borken, war von Anbeginn zuversichtlich. „Unsere Erfahrungen mit den Erntefesten in den vergangenen zwei, drei Jahren haben gezeigt, dass das möglich ist. Daher waren guter Dinge. Die Menschen honorieren, was wir machen“, sagte er. Seit Januar habe man an dem Konzept gearbeitet. „Dabei muss man flexibel sein. Das ist ja keine Ausstellung. Man arbeitet mit vielen Menschen zusammen“, meinte er.
Die ersten Gäste suchten sich schon gegen 13 Uhr ihren Platz und schenkten sich Kaffee ein. Die Kannen hatten die Landfrauen zuvor auf den Strohballen verteilt. Da der Startschuss für Kaffee und Kuchen erst später fallen sollte, wurden die Kannen wieder eingesammelt. „Wir hatten zwar genug Kaffee, womöglich hätten aber erst später gekommenen Gäste zur Eröffnung eine leere Kanne vorgefunden“, meinte Grumbach.
Gäste in Gummistiefeln und Hauptpreis vergeben
Einige Besucher kamen trotz sommerlicher Temperaturen mit Gummistiefeln. Dafür hatte das Gut Borken ein Extralos bei der Tombola versprochen. Ingelore Grygulla, ehemalige Bürgermeisterin im benachbarten Koblentz, brachte auch einen alten Melkschemel mit. „Ich habe früher in der Landwirtschaft gearbeitet. Bei Erntefesten in Borken, Polzow, Zerrenthin und Rossow waren wir immer dabei“, sagte sie.
Maik und Martina Wegener aus Pasewalk hatten ihre Karten schon vor zwei Monaten besorgt. „Wir waren im vergangenen Jahr das erste Mal hier. Das war schon toll. Als Ur-Pasewalker muss man bei dieser Aktion dabei sein. Das Unternehmen stell ganz schön was auf die Beine“, meinte Maik Wegener. Sabine Daniel aus Ueckermünde gewann bei der Tombola den Hauptpreis: einen Mähroboter. Ihre Tischnummer 620 galt als Glücksnummer. Platz zwei ging an Elfi Kellermann mit einer Motorsense, Platz drei an Steffen Gennett aus Pasewalk mit einem DAB-Radio.