Viele Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern suchen qualifizierte Fachkräfte, um wachsen zu können. Das Schweriner Bauunternehmen Tief- und Kulturbau setzt dabei seit jeher auf die eigene Ausbildung. Geschäftsführer Thomas Maync betont, dass die Berufsausbildung für ihn seit über 20 Jahren ganz oben auf der Liste stehe – und das nicht erst, seitdem der Fachkräftemangel in aller Munde ist.
Ausbildung als Erfolgsrezept
Diese Strategie zahle sich auf Dauer aus. Als Maync vor 20 Jahren im Unternehmen anfing, gab es 50 Mitarbeiter. Heute sind es rund 100 plus 16 Auszubildende. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft liegt bei circa 41 Jahren.
Um Fachkräfte zu halten, reicht es laut Maync nicht mehr, nur einen Job anzubieten. Er bietet gute Bezahlung nach Tarif mit klarer Untergrenze, ordentlich Urlaub und Entwicklungsmöglichkeiten. Zudem legt er Wert auf ein gutes Betriebsklima, einen offenen Umgangston und Gerechtigkeit im Betrieb.
Branche fordert mehr Investitionen
Maync, der auch Präsident des Bauverbandes MV ist, sieht die dringendste Aufgabe darin, die mit dem Infrastrukturpaket angekündigten Investitionen umzusetzen. „Wenn wir keine Arbeit haben, brauchen wir keine Fachkräfte“, sagt er. Gerade Bauunternehmen seien von der öffentlichen Hand abhängig, da der Wohnungsbau nahezu brach liege.
Er sieht einen Investitionsstau beim Land und einen noch größeren bei den Kommunen. Diese müssten finanziell besser ausgestattet werden. Ende vorigen Jahres lag der Schuldenberg von Land und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern bei rund 12,6 Milliarden Euro.
Sparen oder investieren?
Maync widerspricht der Forderung nach Sparen: „Jetzt haben wir ihnen nicht nur Schulden aufgebürdet, sondern wir hinterlassen ihnen dann auch noch eine marode Infrastruktur.“ An Investitionen zu sparen, sei für die nachfolgenden Generationen das Schädlichste.