22-Jähriger wirft Stuhl auf Richter: Staatsanwaltschaft prüft versuchten Totschlag
Stuhlwurf auf Richter: Versuchter Totschlag?

Nach einer Wurf-Attacke auf einen Richter im Amtsgericht Pasewalk ermittelt die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gegen einen 22-jährigen Mann. Der Vorfall ereignete sich Anfang Juni 2026, unmittelbar nachdem der Richter den Angeklagten zu einer Geldstrafe verurteilt hatte.

Stuhl verfehlt Richter knapp

Der junge Mann warf den Stuhl von der Anklagebank im historischen Saal 3 des Gerichts in Richtung des Richters. Nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg konnte der Richter sich rechtzeitig bücken und blieb unverletzt. Der Stuhl und ein Bildschirm wurden jedoch beschädigt.

Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Die Sprecherin erklärte, einen derart schweren Vorfall habe es im Bereich der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg noch nie gegeben. Derzeit werde geprüft, ob der Vorwurf auf „versuchte gefährliche Körperverletzung“ herabgestuft werde. Der Tatverdächtige war ohne Verteidiger vor Gericht erschienen. Nach dem Urteil warf er zunächst den hölzernen Tisch um und schleuderte dann den Stuhl über eine Brüstung.

Der Richter rief die Wache, der Amtsgerichtsdirektor Ralph Burgdorf ordnete die vorläufige Festnahme des Mannes an. Er konnte das Gericht jedoch später wieder verlassen.

Ähnlicher Vorfall Ende 2025

Bereits Ende 2025 hatte ein sogenannter Reichsbürger im Amtsgericht Waren einen Wachmann bedroht und soll gedroht haben, „alle abknallen“ zu wollen. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an.