Hintergrund der Tat
Der 45-jährige mutmaßliche Täter von Stade soll am 29. Juni bei einem Gespräch mit dem Jugendamt und einem Jugendhilfeträger sechs Mitarbeiter erschossen haben. Vorausgegangen war ein Streit über Umgangsrechte. Er befand sich in Untersuchungshaft.
Verhalten in der JVA
Nach NDR-Informationen aus Sicherheitskreisen äußerte der Mann keine Anzeichen für einen Suizid. Im Gegenteil: Er signalisierte, zur Aufklärung der Tat beitragen zu wollen. Gegenüber der JVA erklärte er, sein Ziel sei, dass sein Kind wieder bei der Mutter leben könne. Zudem äußerte er konkrete Lebenspläne, etwa nach der Haft zu studieren oder ein Buch zu schreiben. Er habe einen aufgeräumten Eindruck gemacht.
Ende der Videoüberwachung
Laut NDR gab es mehrere Gespräche mit dem sozialpsychiatrischen Dienst der JVA Bremervörde. Da der mutmaßliche Täter keinen weiteren Anlass für eine engmaschige Beobachtung gab, wurde die 24-Stunden-Videoüberwachung nicht fortgeführt. Diese unterliegt strengen juristischen Vorschriften. Das Justizministerium gab am 22. Juli neue Details bekannt: Die Videoüberwachung wurde bereits ab dem 9. Juli zurückgefahren.
Suizid und Ermittlungen
Am Dienstag wurde der Mann kurz nach 6 Uhr tot in seiner Einzelzelle aufgefunden. Hinweise auf Fremdverschulden liegen nicht vor, jedoch wurden Ermittlungen eingeleitet. Das Justizministerium wollte die NDR-Informationen am Dienstagabend weder bestätigen noch dementieren.