Zwischen Godenswege und Blankensee südlich von Neubrandenburg stehen auf gut einem Hektar alle Fichten abgestorben. Einige Bäume sind bereits umgefallen, andere ragen kahl in die Landschaft. Förster Hans-Joachim Wilck spricht von einem „untragbaren Zustand“.
Ursache: Trockenheit und Borkenkäfer
Die extrem trockenen Jahre 2023 und 2024 hätten die Abwehrkräfte der Bäume geschwächt, erklärt Wilck, der für den Waldbesitzer Günther Weber tätig ist. Dadurch sei es dem Borkenkäfer leicht gefallen, die Fichten zu befallen und zu zerstören. Das Holz sei nur noch „minderwertig verwertbar“, der Zustand der Fläche „nicht zu akzeptieren“. Auch Einheimische hätten bereits nachgefragt, warum sich nichts tue.
Verkauf einer Parzelle geplant
Die rund 10.000 Quadratmeter große Fläche ist derzeit unter drei Waldbesitzern aufgeteilt. Nach erfolgreichen Gesprächen soll einer der Eigentümer seine Parzelle an Günther Weber verkaufen. Dem Verkauf muss noch das Bundesnaturschutzministerium zustimmen.
Harvester sollen in Kürze anrücken
In wenigen Tagen sollen automatische Forstmaschinen (Harvester) die abgestorbenen Fichten auf allen drei Parzellen fällen. Laut Wilck gibt es keine rechtlichen Hürden: Gesetzlich spreche nichts dagegen, und es gebe keinen Schutzvorrang auf der Fläche.
Neuanpflanzung mit Laubbäumen geplant
Nach der Räumung sollen junge Bäume gepflanzt und durch einen Zaun vor Wild geschützt werden. Wilck plant Buchen, Eichen und eine weitere Baumart einzusetzen. In vielen Jahren, wenn die Bäume ausgewachsen sind, sollen sie gefällt und genutzt werden. Der Förster will damit zeigen, dass Wälder auch künftig eine wichtige Bedeutung haben.
Kritik an EU-Forderungen
Wilck kritisiert „überzogene Forderungen“ von Verbänden und EU-Behörden. „Es besteht schon heute absolute Holzknappheit in der Bundesrepublik“, sagt er. Holz sei ein „nachwachsender, ökologischer Rohstoff mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten“. Die EU habe zwar eine Waldstrategie entwickelt, aber keine gemeinsame Forstpolitik, heißt es auf der Seite des Europäischen Parlaments. Die Forderungen erschwerten die Bewirtschaftung und könnten im schlimmsten Fall zu Flächenstilllegungen führen, so Wilck. Er sieht die Notwendigkeit, dagegen vorzugehen.