Wasted in Jarmen 2026: Marteria begeistert trotz Dauerregen
Wasted in Jarmen 2026: Marteria begeistert trotz Dauerregen

Trotz widriger Wetterbedingungen haben tausende Gäste aus nah und fern das achte „Wasted in Jarmen“ gefeiert. Das Festival im Peene- und Tollensetal lockte über zwei Tage Besucher an, die sich trotz Dauerregen und Wind die Stimmung nicht vermiesen ließen. Die nächste Auflage ist bereits terminiert: am 3. und 4. September 2027.

Vom Einmal-Event zum größten Festival der Region

Ursprünglich hätte das Festival einmalig bleiben sollen. Die Punkrockband Feine Sahne Fischfilet (FSF), deren Wurzeln in der Region liegen, initiierte die Premiere 2016 im Rahmen der Kampagne „Noch nicht komplett im Arsch“ unmittelbar vor den Landtagswahlen. Damals beschränkte sich das Event auf das Motoball-Gelände am Westrand der Stadt und dauerte nur vom Nachmittag bis in den Abend.

Doch die Begeisterung war so groß, dass es Ende des folgenden Sommers eine Fortsetzung gab. Daraus entwickelte sich das größte Festival im Peene- und Tollensetal. Nach einer durch die Corona-Pandemie bedingten Pause erfolgte 2023 der Neustart.

Künstler und Premieren beim Jubiläum

Das Rapper-Duo Hinterlandgang, bestehend aus Pablo Himmelsbach und Albert Münzberg, eröffnete den Konzertabend des zweiten Tages auf der Hauptbühne. Die beiden stammen aus einem nahen Dorf und hatten einst auf der Palettenbühne beim „Wasted“ debütiert. „Wer hätte gedacht, dass wir es mal von der Palette auf die Hauptbühne schaffen“, sagte Himmelsbach.

Nach ihnen folgten Swiss & die Andern aus Hamburg. Mit ihnen hatte FSF gerade den Song „Unsolides Umfeld“ samt Video mit Bildern aus Vorpommern produziert. In Jarmen präsentierten beide Bands das Stück erstmals gemeinsam live. Auch Comedian Bastian Bielendorfer war zu Gast und verzichtete auf eine Gage – er begnügte sich mit Eintrittskarten für den Freundeskreis und zeigte sich begeistert von der Stimmung.

Besondere Gäste und lokale Premieren

Ein emotionaler Höhepunkt war die Begegnung mit dem hundertjährigen Andrej Iwanowitsch Moiseenko aus Minsk, einem der letzten Überlebenden des KZ Buchenwald. Die Band hatte den bekennenden Punkrock-Fan nach Deutschland eingeladen. In Jarmen absolvierte er eine Fragestunde und stand am Freitagabend für ein Lied mit der Band auf der Bühne.

Der neu gegründete Braukultur-Verein aus der Peenestadt nutzte das Festival, um gut 200 Liter seiner jüngsten Charge von „Des Bibers Helles“ auszuschenken. Mit dabei war MV-Wirtschaftsminister Wolfgang Blank. Das Musikprogramm eröffnete die Demminer Band Attic109 – von einem ausgemusterten Feuerwehrauto aus in der Badeanstalt.

Trotz Rekordschlechtwetter: Stimmung hielt

Das Festival musste in seiner Geschichte noch nie mit so schlechten Außenbedingungen kämpfen. An beiden Tagen gab es über lange Zeit Dauerregen samt einiger kräftiger Schauer, dazu kühle Temperaturen und am Sonnabend heftiger Wind. Ein Teil der deutlich mehr als 60 Programmpunkte fiel buchstäblich ins Wasser.

Einige Campinggäste räumten das Feld früher als geplant, doch das Gros der Fans hielt durch. Das Finale gestaltete Rapper Marteria aus Rostock, der 2018 einen kurzen Überraschungsbesuch in Jarmen absolviert hatte. Dieses Mal lieferte er ein ausgewachsenes Konzert und eine zusätzliche Premiere – ein gemeinsames Lied mit Kollege Finch, der im Vorjahr aufgetreten war.

„Das ist so dumm, dass das nur ein Wochenende ist, kann das nicht ein ganzes Jahr sein“, fragte Marteria in die Runde und stimmte wenig später zum Abschluss mit den Tausenden vor ihm „Geschichten aus Jarmen“ an. Jenen Titel der Fischfilets, dessen eine Zeile dem „Wasted“ vor zehn Jahren seinen Namen bescherte.