Am Freitagabend wird die meistbefahrene Straße in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 40.000 Fahrzeugen täglich für eine Woche voll gesperrt. Rund um das Werftdreieck in Rostock rollen dann nur noch die Bagger auf der L22. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen die Baustelle umfahren. Nach Angaben der Hansestadt tritt die Vollsperrung auf dem Abschnitt zwischen Maßmannstraße und Doberaner Straße am 24. Juli gegen 22 Uhr in Kraft. Aufgrund des regnerischen Wetters der vergangenen Tage kommt es zu leichten Verzögerungen bei dem Mammutvorhaben.
Erste Arbeiten für Mammutvorhaben Ende Mai gestartet
Bereits Ende Mai starteten die ersten Arbeiten für das gemeinsame Projekt von Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), Nordwasser und Stadtwerke zur Neuverlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie der Straßenbahngleise. Seit Ferienbeginn ist dafür der Tramverkehr zwischen Doberaner Platz und RSAG-Betriebshof in der Hamburger Straße komplett unterbrochen – und bleibt es noch bis einschließlich 21. August.
Am Freitag gehen die Bauarbeiten mit der Vollsperrung der L22 nun in die nächste Phase. Voraussichtlich bis einschließlich Freitag, 31. Juli, sollen diese abgeschlossen sein. Für Verkehrsteilnehmer heißt es dann: Die L22 ist auf dem Abschnitt dicht. Laut Informationen der Stadt ist aus der Doberaner Straße kommend eine Ausfahrt in die Lübecker Straße nur in Richtung Osten, also stadteinwärts, möglich. Vom Warnowufer/L22 kommend kann nicht rechts in die Werftstraße abgebogen werden und auch die Überfahrt von der Maßmannstraße zur Werftstraße ist nicht möglich, in der Gegenrichtung schon.
Verzögerungen bei Max-Eyth-Straße
Ursprünglich sollte mit Beginn der Vollsperrung der L22 auf Höhe der Doberaner Straße die Max-Eyth-Straße beim Holbeinplatz wieder freigegeben werden. Doch das verzögert sich. „Wegen der erhöhten Niederschlagsmengen in den vergangenen Tagen haben sich die Bauarbeiten an der Max-Eyth-Straße verzögert. Daher kann hier die derzeit geltende Vollsperrung erst am Sonntagabend, 26. Juli 2026, voraussichtlich ab 20 Uhr aufgehoben werden“, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze.
Die Geschäfte im Neptun Einkauf Center in der Werftstraße sind von Freitag- bis Sonntagabend per Auto nur aus Richtung Schmarler Damm erreichbar. Fußgänger werden in dieser Bauphase auf einem Gehweg durch das Baufeld geführt, Radfahrer müssen in Richtung Stadt ab Maßmannstraße durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt fahren. Stadtauswärts bleibt für sie weiterhin die Umleitung über Werftstraße und Max-Eyth-Straße zum Holbeinplatz.
Umleitungen für Autofahrer, SEV bleibt unbeeinflusst
Autofahrer hingegen müssen sich auf großräumige Umleitungen einstellen. Diese sind ausgeschildert. Denn, so der Rat der Stadt: „Der Bereich sollte nach Möglichkeit weiträumig umfahren werden.“ Auf den Schienenersatzverkehr haben die Arbeiten aber keine Auswirkungen.
Mit den am Freitag startenden Bauarbeiten auf der L22 gehen die größten Beeinträchtigungen für Verkehrsteilnehmer einher, erklärte Martin Mantey, Teamleiter der RSAG, bereits im Vorfeld. Dann werden unter anderem die Gleise bei der Überfahrt in die Doberaner Straße entfernt und neu eingesetzt. Hierbei setzt das Verkehrsunternehmen auf ein bereits erprobtes Verfahren, das zuvor schon bei den Arbeiten am Dierkower Damm und der Rövershäger Chaussee zum Einsatz kam. Wie dort werden auf der Überfahrt Gleisplatten verlegt.
Zwar sei der Zeitraum für die am Freitag startenden Arbeiten „ganz schön knapp“, so der zuständige Bauphasenkoordinator Fabian Voll. Aber das einzige Risiko sei die Witterung. Um einen Puffer zu haben, werde deshalb auch nachts gearbeitet.