Restaurant Rosi eröffnet am 4. September am Rostocker Rosengarten
Restaurant Rosi eröffnet am 4. September in Rostock

Am 4. September öffnet das neue Restaurant Rosi am Rostocker Rosengarten seine Türen. Ab 17 Uhr servieren Hannes Scholz und Armin Neumann dort ambitionierte, saisonale Küche und eine besondere Weinauswahl – ausdrücklich ohne die Förmlichkeit eines klassischen Restaurants. Das Rosi soll Bistro, Treffpunkt und ein Stück Nachbarschaft zugleich sein.

Zwei Gastronomen mit langer Erfahrung

Hannes Scholz ist gelernter Koch und gründete gemeinsam mit seinem Bruder Philip die Café-Bars Baltic Brothers Coffee am Doberaner Platz und am Landgericht. Armin Neumann betreibt seit 33 Jahren „Weine & Mehr“ in der Rostocker Breiten Straße. Bis zum gemeinsamen Restaurant war es ein langer Weg: Mehrere Objekte hatten die beiden bereits im Blick, Planungen waren zum Teil weit fortgeschritten und scheiterten schließlich an Lärmschutz oder Baugenehmigungen. Als sich die Möglichkeit für die Räume im Ökohaus direkt am Rosengarten ergab, fühlte es sich für beide „sofort richtig an“.

Die anschließende Sanierung wurde zur Herkulesaufgabe. „Wir mussten bei null anfangen“, sagt Hannes Scholz. Der Umbau bot zugleich die Chance, dem Rosi eine eigene Handschrift zu geben. So ziert den Eingang heute ein originales Bleiglasfenster aus dem legendären Warnemünder Restaurant „Gartenlaube“.

Spätsommerkarte: Der Tisch bestellt gemeinsam

Fine Dining wollen die beiden ausdrücklich nicht machen. „Es geht um die Freude am Essen und ums Zusammensitzen mit Freunden“, sagt Hannes Scholz. Die Küche setzt auf Saisonalität, Regionalität und möglichst vollständige Verarbeitung der Produkte. Ein Großteil der Lebensmittel stammt von einer Solidarischen Landwirtschaft sowie von regionalen Bio-Erzeugern und Händlern. Was sich dafür eignet, wird eingelegt, fermentiert oder anderweitig haltbar gemacht und findet sich später als Pickles oder Begleiter auf der Karte wieder.

Das Sauerteigbrot wird selbst gebacken – verantwortlich ist Bäckerin Luise, die auch für Baltic Brothers Coffee backt. Am Hausbrot wurde über Monate gearbeitet. Die monatlich wechselnde Karte soll etwa zehn bis zwölf Positionen einschließlich zweier Desserts umfassen. Im Mittelpunkt steht das Teilen: Statt klassischer Menüfolgen bestellt der Tisch verschiedene Gerichte, probiert gemeinsam und „kombiniert nach Lust und Hunger“, erklärt Armin Neumann. Auf der ersten „Spätsommerkarte“ stehen neben kleineren Tellern unter anderem Dinkelrisotto mit Austernpilzen und Portweinzwiebeln sowie ein Kartoffelgratin.

Wein nicht nach Ländern, sondern nach Stil

Eine zentrale Rolle spielt im Rosi der Wein. Armin Neumann hat dafür eine Karte mit mehr als 80 Angeboten zusammengestellt. Statt der klassischen Ordnung nach Ländern und Anbaugebieten werden die Weine nach ihrem Stil sortiert – etwa „leicht & trinkig“, „mineralisch & präzise“, „Textur & Holz“ oder „saftig & kühl“. „Damit sollen auch Gäste ohne großes Weinwissen schnell einen Wein finden, der ihrem Geschmack entspricht“, erklärt der Weinexperte. Die Weine seien zudem bewusst moderat kalkuliert.

Eine Besonderheit ist der Hauswein vom Fass. Nach einem in Dänemark verbreiteten Vorbild kommt er aus 20-Liter-Kegs und wird direkt am Tresen gezapft. Das reduziert Verpackung und Transportaufwand. Künftig soll der Fasswein auch zum Mitnehmen vor Ort abgefüllt werden können. Auch alkoholfreie Getränke sollen mit demselben Anspruch behandelt werden. In Abstimmung mit der Küche entstehen dafür eigene Getränke wie Kombucha, Wasserkefir und weitere hausgemachte Alternativen.

Pläne für die Zukunft: kulinarisch und kulturell

Das Rosi soll sich langfristig nicht allein auf den klassischen Restaurantbetrieb beschränken. Für das kommende Jahr ist ein Mittagsangebot geplant, der Bar-Container im Garten soll für Veranstaltungen und Terrassenpartys genutzt werden. Auch Lesungen und andere Kulturveranstaltungen können sich Hannes Scholz und Armin Neumann vorstellen. Vor allem aber soll ein Ort entstehen, an dem gutes Essen und guter Wein nicht mit Förmlichkeit verbunden sind. „Die Leute sollen einfach gerne hier sein, gemeinsam essen, trinken und auch mal länger sitzen bleiben“, beschreibt Hannes Scholz die Idee.

Und warum eigentlich „Rosi“? Die Antwort liegt direkt vor der Tür: Das Restaurant liegt am Rosengarten. Der Name greift den Ort auf – und inzwischen auch ganz buchstäblich die Rosen, die am Eingang wachsen. Das Restaurant Rosi öffnet am 4. September, 17 Uhr. Es wird von Mittwoch bis Samstag, jeweils ab 17 Uhr geöffnet haben. Das Restaurant ist barrierefrei.