Psychologin soll Angeklagte im Fabian-Mordprozess einschätzen
Psychologin soll Angeklagte im Fabian-Mordprozess einschätzen

Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow wird am Dienstag am Landgericht Rostock eine Anstaltspsychologin als Zeugin erwartet. Sie soll die Persönlichkeit der 30-jährigen Angeklagten einschätzen, mit der sie seit deren Inhaftierung Anfang November 2025 im Gespräch ist.

Zeugen und zusätzliche Prozesstage

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Holger Schütt will die Angeklagte genauer betrachten. Außerdem soll eine Familienbetreuerin für den leiblichen Sohn der alleinstehenden Frau aus Reimershagen erneut als Zeugin gehört werden.

Der Prozess läuft seit Ende April und umfasst bereits 24 Verhandlungstage. Wegen der schwierigen Beweislage wurden sechs zusätzliche Prozesstage vereinbart.

Kinder als Zeugen vorgesehen

Am Donnerstag, dem 3. September, sollen auf Anregung der Verteidigung drei weitere Kinder aus Güstrow aus dem Umfeld von Fabian als Zeugen vernommen werden. Wegen ihres jungen Alters werden sie in einem Extra-Raum sitzen und per Kamera in den Verhandlungssaal zugeschaltet.

Mindestens eines der Kinder soll Fabian im Herbst 2025 in Güstrow mit einem fremden Mann gesehen haben. Dies sei aber nicht näher ermittelt worden, so die Anwälte.

Vorwurf des heimtückischen Mordes

Der Angeklagten Gina H. wird heimtückischer Mord an Fabian vorgeworfen. Sie soll den Jungen, den Sohn ihres langjährigen Ex-Freundes, am 10. Oktober 2025 aus Güstrow abgeholt und getötet haben. Die Frau bestreitet die Vorwürfe. Fabians Vater hatte die Angeklagte nach monatelangen Streits im August 2025 verlassen.

Die Angeklagte wies in ihrer Aussage Ende August alle Vorwürfe zurück und bezichtigte zwei Zeugen der Staatsanwaltschaft, einen Bekannten und einen Nachbarn, der Lügen. Offen ist, woher sie gewusst haben soll, dass Fabian an jenem Tag gesundheitsbedingt allein zu Hause war.

Die Leiche des Jungen wurde nach dem Mord in Brand gesteckt und am 14. Oktober an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Gina H. geriet unter Verdacht, weil sie vor ihrer Fundmeldung bereits zweimal mit dem Bekannten und dem Nachbarn an dem Tümpel war. Sie habe die Männer anfangs aus dem Fall heraushalten wollen, da diese es verlangt hätten.

Insgesamt sind 33 Verhandlungstage bis zum 8. Oktober geplant.