Rostocker Schiri Bastian Dankert als VAR beim WM-Finale
Rostocker Schiri als VAR beim WM-Finale

Historischer Einsatz für deutschen Schiedsrichter

Bastian Dankert aus Rostock war am vergangenen Sonntag beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) als Video Assistant Referee (VAR) im Einsatz. Der 46-jährige Bundesliga-Schiedsrichter spricht mit der Deutschen Presse-Agentur über seine Erfahrungen.

Rückkehr aus den USA

„So richtig verarbeitet habe ich das noch gar nicht. Die Taschen stehen noch im Flur. Meine Frau hat mich hier mit einer Überraschungsparty empfangen“, sagte Dankert. Mit Familie und Freunden feierte er seine WM-Medaille. Direkt nach dem Champions-League-Finale in Budapest war er in die USA geflogen und vom 1. Juni bis zum 21. Juli insgesamt 50 Tage dort.

Nominierung für das WM-Finale

Am Donnerstag vor dem Finale gab es eine Videokonferenz mit den Schiedsrichtern in Miami und den Videoassistenten in Dallas. Nach der Verkündung von Slavko Vincic als Hauptschiedsrichter wurden die Videoschiedsrichter benannt. „Es kocht in diesem Moment alles mit einem hoch und man denkt: 'Das war doch eben gerade dein Name. Und du bist beim WM-Finale dabei!'“, so Dankert. Er habe seit seiner ersten WM 2018 darauf hingearbeitet.

Alltag der Schiedsrichter bei der WM

Das Quartier der Videoassistenten war in Irving bei Dallas. Die Schiedsrichter waren in Miami stationiert. Die Vorrunde war intensiv mit Spielen alle zwei bis drei Tage. Morgens gab es Meetings um 10 oder 10:30 Uhr, dazu Training. Bei Temperaturen von 40 bis 45 Grad stand ein klimatisierter Fitnessraum zur Verfügung. In der K.o.-Phase wurde es ruhiger, aber die Community veranstaltete Tennis-, Pickleball- und Tischtennisturniere. 80 bis 85 Prozent des Schiedsrichter-Teams kannten sich bereits von der Club-WM 2025.

Vorbereitung auf das Finale

Spielanalysten lieferten Daten zu taktischen Besonderheiten, Schlüsselspielern und Spielsystemen. Die Herausforderung war, nicht ständig an das WM-Finale zu denken. Der Chef sagte: „Da spielt ein rotes Team gegen ein blau-weißes.“ Das half, die Emotionalität zu koordinieren. Es gab viele „Silent Checks“, bei denen Szenen im Hintergrund geprüft wurden, ohne das Spiel zu unterbrechen. So wurde etwa ein aberkanntes Tor für Spanien überprüft.