Pflege zu Hause: Parteien wollen Angehörige in MV unterstützen
Pflege zu Hause: Parteien wollen Angehörige unterstützen

In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 140.000 pflegebedürftige Menschen. 86 Prozent von ihnen werden zuhause versorgt – meist von Kindern oder Partnern, unterstützt durch ambulante Pflegekräfte. Dabei helfen 520 Pflegedienste. Die Parteien haben zur Landtagswahl unterschiedliche Konzepte vorgelegt, um pflegende Angehörige zu entlasten.

Bisherige Unterstützung: Pflegezeit und Entlastungsangebote

Pflegende Angehörige können derzeit zehn Tage der Arbeit fernbleiben, wenn ein Familienmitglied plötzlich Hilfe braucht, und erhalten Lohnersatzzahlungen. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich bis zu sechs Monate unbezahlt freistellen zu lassen. Im Alltag helfen Haushilfen, die bei Pflegegrad 2 bis 5 beantragt werden können, sowie Verhinderungspflege und stationäre Kurzzeitpflege.

SPD will bezahlte Pflegezeit ausweiten

Die SPD plant eine gesetzlich garantierte Pflegezeit mit Lohnersatzzahlungen über sechs Monate statt nur zehn Tage. Zudem will sie die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufweichen und innovative Wohnformen wie Pflege-WGs sowie Nachbarschaftshilfe stärken.

AfD verspricht Landespflegegeld

Die AfD favorisiert die häusliche Pflege und will ein Landespflegegeld einführen – allerdings erst nach Überwindung der Landesschuldenkrise. Konkrete Angaben zu Höhe oder Anspruch fehlen. Für Kurzzeit- und Verhinderungspflege setzt sie sich für „funktionierende Optionen“ ein und befürwortet Senioren-WGs.

CDU will Verhinderungspflege ausbauen

Die CDU will bestehende Landesförderprogramme zum Ausbau der Verhinderungspflege erweitern und ein Programm für Kurzzeitpflege verstetigen. Zudem sollen Angebote wie Pflegekurse und Kur- und Reha-Maßnahmen bekannter gemacht werden.

BSW und Linke: Mehr Kurzzeitpflege und Prävention

Das BSW möchte mehr Entlastungs- und Kurzzeitpflegeangebote schaffen, bleibt aber vage. Im ländlichen Raum sollen niedrigschwellige Zugänge zu Hilfen entstehen. Die Linke will die häusliche Pflege durch Nachbarschaftshilfe stärken und eine eigene „Landesstrategie Demenz“ umsetzen.

Grüne und FDP: Netzwerke und Digitalisierung

Die Grünen sehen Versorgungslücken und wollen Pflegestützpunkte zu Netzwerken mit mobilen Teams ausbauen. Die FDP setzt auf ein Online-Register für freie Kurzzeitpflegeplätze, eine Beratungshotline sowie KI, Robotik und Telepflege.