Mega-Sanierung: Demminer Freibad Biberburg bleibt 2027 geschlossen
Freibad Biberburg in Demmin bleibt 2027 geschlossen

Das Freibad Biberburg in Demmin wird im Jahr 2027 grundlegend saniert und bleibt deshalb für die gesamte Saison geschlossen. Die Stadt erhält dafür 1,5 Millionen Euro aus EU-Fonds. Den Fördermittelbescheid hat der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Heiko Miraß (SPD), an Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU) überreicht.

Umfangreiche Erneuerungen geplant

Im Zuge der Sanierung sind eine neue Beckenfolie, eine verbesserte Abdichtung und Hygiene sowie der Austausch der Filter- und Pumpentechnik vorgesehen. Die Anlage bleibt im Grundsatz am bisherigen Standort erhalten, die meisten Leitungen werden weiterverwendet. Die beliebte Wasserrutsche wird von einem Rutschenhersteller erneuert.

Ein Teil des Schwimmerbeckens wird in eine hydrobotanische Anlage zur biologischen Wasseraufbereitung umgewandelt. Damit bleibt das Bad als Naturfreibad konzipiert. Für den Schwimmerbereich sind ein drei Meter breiter Holzsteg zur besseren Aufsicht und klare Trennungen zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerzone vorgesehen. Die Zugänge erfolgen über Badeleitern, die Bereiche zur Wasseraufbereitung werden durch Geländer gesichert.

Barrierefreier Zugang und neues Kleinkinderbecken

Der Nichtschwimmerbereich erhält einen barrierefreien Zugang über eine Rampe am Mittelsteg. Diese wird 1,50 Meter breit, mit seitlicher Wange, Handlauf aus Edelstahl und Rammschutz für Rollstühle. Der Boden bekommt eine rutschhemmende Beschichtung. Auch das Kleinkinderbecken wird überarbeitet: Drei nierenförmige, jeweils rund 200 Quadratmeter große Becken mit umlaufender Pflasterung ermöglichen einen ebenerdigen Zugang. Findlinge und Bänke dienen als Sitzmöglichkeiten, ein Sonnensegel soll Schatten spenden.

Finanzierung und Auswirkungen auf den Schwimmunterricht

Durch die EU-Förderung werden 60 Prozent der Sanierungskosten gedeckt. Für die Stadt bedeutet das einen Eigenanteil von einer Million Euro, den sie über einen Kredit finanzieren will. Die Verschuldung wird mit der Bedeutung der Biberburg für den Schwimmunterricht begründet, da es in der Region kaum Alternativen gibt und Schwimmunterricht als Pflichtaufgabe gilt.

Die Umbauarbeiten starten erst im kommenden Jahr, sodass die aktuelle Saison noch beendet werden kann. Im gesamten Jahr 2027 bleibt das Freibad jedoch geschlossen. Die Stadt klärt die Verlegung des Schwimmunterrichts derzeit mit den umliegenden Kommunen. Ab 2028 soll das Bad wieder öffnen und langfristig Energie- und Wasserverbrauch senken.

Auch die Grundschule Loitz nutzte die Biberburg zuletzt für den Schwimmunterricht, weil die stadteigene Badeanstalt in Loitz wegen Bauarbeiten geschlossen war. Schulleiterin Anke Kühn zeigte sich zufrieden: „Wir waren sehr froh, dass wir zur Biberburg nach Demmin fahren konnten, damit unsere Schüler Schwimmen lernen und ihre ersten Schwimmprüfungen ablegen konnten. Dieses Thema liegt uns sehr am Herzen. Die Bedingungen dort vor Ort waren ausgezeichnet. Wir waren rundum zufrieden.“ Sie hofft, dass der Unterricht im Juni 2027 wieder in Loitz stattfinden kann. Sollten beide Einrichtungen länger geschlossen bleiben, kündigte sie an: „Dann finden wir ganz sicher eine andere Lösung. Wir lassen keine Luft daran. Der Schwimmunterricht ist uns sehr wichtig. Wir wollen, dass all unsere Kinder das Schwimmen erlernen, um sicher baden und schwimmen gehen zu können.“